Ungewöhnliche Allianz: Iran unterstützt Irak im Kampf gegen Al-Qaida

Vertreter des iranischen Militärs sichern dem Irak militärische Unterstützung gegen Al-Qaida in Form von Ausrüstung und Beratern zu. Damit reagiert das große Nachbarland auf den Fall Falludschas an Al-Qaida. Das Angebot bildet einen weiteren Meilenstein im Versöhnungsprozess zwischen den einstigen Feinden seit dem Sturz Saddam Husseins.

Der Iran hat sich bereit erklärt, den Irak mit militärischer Ausrüstung und Beratung gegen Al-Qaida und die mit ihr verbündeten Kämpfer des Islamischen Staates im Irak und der Levante (ISIL) zu unterstützen. Das Hilfsangebot erfolgte nach der Übernahme der überwiegend sunnitischen Stadt Falludscha durch Al-Qaida. Somit hat die irakische Regierung unter Premierminister Nuri al-Maliki die Kontrolle über die „Stadt der Moscheen“ in der chronisch krisengeplagten irakischen Provinz Anbar verloren.

„Wenn die Iraker es wünschen, werden wir sie mit Ausrüstung und Rat versorgen. Soldaten benötigen sie jedoch keine“, zitiert LeFigaro den iranischen General Mohammed Hedschasi, den persönlichen Referenten des Stabs der Iranischen Streitkräfte.

Im Kampf um Falludscha hat Al-Qaida einen blutigen Sieg errungen: Nach Angaben von LeFigaro wurden 103 Menschen getötet, darunter 32 unbeteiligte Zivilisten sowie 55 Kämpfer der Seite Al-Qaidas. „Wir werden nicht nachlassen bis alle terroristischen Gruppen besiegt sind und unser Volk von Anbar gerettet ist“, so die Reaktion Premiers Malikis.

Die letzten Jahrzehnte war die Iranisch-Irakische Beziehung von kontinuierlicher Annäherung geprägt. Mit der Beseitigung von Irans Erzfeind Saddam Hussein durch die Invasion der Vereinigten Staaten wurde die Grundlage eines umfassenden Versöhnungsprozesses gestartet.

Die beiden Staaten, die eine jahrtausendealte gemeinsame Geschichte verbindet, standen sich von 1980-1988 im Irak-Iran-Krieg gegenüber. Heute verbindet der gemeinsame schiitische Glaube das Mullah-Regime mit der Regierung al-Maliki. Mit dem gemeinsamen Vorgehen gegen die sunnitischen Extremisten von Al-Qaida und ISIL wird eine neue Stufe der Kooperation erreicht.

Der Islamische Staat im Irak und der Levante (ISIL oder ISIS) ist eine dschihadistisch-salafististische Organisation unter Abu Bakr al-Baghdadi mit Hauptsitz im nordsyrischen Ar-Raqqa. Sie verfolgt das Ziel, in Syrien und dem Irak einen sunnitischen Gottesstaat zu etablieren. Zu diesem Zweck rekrutiert sie auch europäische Salafisten im Kampf gegen Al-Assad oder die schiitisch dominierte Zentralregierung des Irak. Finanzielle Unterstützung erhält ISIS von sunnitischen Staaten wie Saudi-Arabien und Katar (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Syrien: Al-Qaida erklärt „Bäumen“ den Krieg
Türkei friert Vermögen von Al-Qaida ein
Freie Syrische Armee schließt sich Al-Qaida an

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.