Anti-Terrorgesetz: USA stoppt türkischen Export von Boeing-Maschinen in den Iran

Eine Notverordnung der amerikanischen Regierung hat eine türkische Firma am Transfer zweier Boeings gehindert. Bei der Endabfertigung wurde der Handel vorübergehend gestoppt. Die Motoren gehen zurück in die Vereinigten Staaten. Der Fall zeigt, wie effektiv das US-amerikanische Embargo gegen den Iran funktioniert – sogar bei Transaktionen außerhalb der USA.

Das Handelsministerium der Vereinigten Staaten hat eine Notverordnung erlassen, die die türkische Logistikfirma 3k Aviation and Logistics an der Überstellung zweier Flugzeug-Motoren an den Iran zumindest vorübergehend hindert.

Nach Berichten der Washington Post verweisen Beamte des Handelsministeriums auf ein selten angewandtes Gesetz, das den Export bestimmter Güter an einige Länder verbietet. Zu diesen Ländern gehört auch der Iran.

3k-Direktor Engin Borluca erklärte am Montag in einem Interview mit der US-Nachrichtenagentur Associated Press, dass er sich nicht bewusst war, dass Verfügungen der US-Regierung auch außerhalb der Vereinigten Staaten gälten. Die Firma bemühe sich, eine Lösung zu finden. Bis dahin werden die Motoren zurück an ihren Lieferer gehen. Geliefert wurden die Maschinen von einer Filiale der britischen Firma AD Aerospace in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.

Borluca verweist darauf, dass 3k lediglich für Logistik und Endabfertigung zuständig sei und sich nicht direkt am Verkauf beteiligt habe. Er befürchtet drastische Einbußen für seine Firma infolge der Zurückstellung.

Das Handelsembargo zum Transfer von Flugzeugbauteilen gehört zu den nicht von den Vereinten Nationen gedeckten Sanktionsmaßnahmen der Vereinigten Staaten gegen den Iran. Mithilfe des 1996 verabschiedeten Iran and Libya Sanctions Act (ILSA, seit 2006 nur noch Iran Sanction Act, ISA) versuchen die Amerikaner, den Iran am Bau der Atombombe zu hindern.

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