Olmypia in Russland: Sotschi ist eine Hochsicherheitszone

Gut einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi geht Russlands Präsident Wladimir Putin nun auf Nummer sicher. Aus Angst vor möglichen Terroranschlägen wird der Schwarzmeer-Kurort zu einer Festung umgerüstet. Eine solch aufwändige Sicherheitsoperation gab es für Olympische Spiele noch nie.

Bisher hieß es, die Sicherheitsvorkehrungen für die Olympischen Spiele in Sotschi seien ausreichend und die Wettbewerbe sicher. Nun rüstet Russlands Präsident Wladimir Putin aber doch nach. Mehr als 30.000 Polizisten und Truppen des Innenministeriums sollen in den Kurort verlagert werden. Der Zugang soll streng überwacht werden.

Die Hauptsorge der russischen Sicherheitsbehörden gilt derzeit einem potentiellen Angriff durch militante Islamisten aus dem unruhigen Nordkaukasus. Bereits im Sommer 2013 hatte Russlands meistgesuchter Mann, der tschetschenische Rebellenführer Doku Umarow, seine Kämpfer aufgefordert, die Olympischen Winterspiele zu sabotieren (mehr hier). Die jüngsten tödlichen Anschläge in Wolgograd haben diese Ängste nun immens verschärft.

„Ab dem 7. Januar werden alle Divisionen, die für die Sicherheit der Gäste während der Spiele verantwortlich sind, in Alarmbereitschaft versetzt“, zitiert die BBC Wladimir Putschkow, Minister für zivile Verteidigung und Katastrophenschutz. Alle Anlagen würden unter Schutz gestellt. Unterstützt würde der Sicherheitsaparat durch ein weltraumgestütztes Überwachungssystem. Jeder Olympia-Gast habe sich bei den Behörden zu melden, wenn er sich länger als drei Tage in der Stadt aufhalte.

Das Gebiet um Sotschi wurde zudem in zwei Sicherheitszonen unterteilt. Zum einen gibt es eine „kontrollierte Zone“ in der Nähe von olympischen Sportstätten. Hier haben nur Personen mit Tickets Zugang, die auch ihre Identität nachweisen können. Zum anderen gibt es eine „verbotene Zone“, die einen großen Bereich rund um Sotschi einschließt. Nicht registrierte Fahrzeuge und jene, die keine gesonderte Akkreditierung haben, erhalten keinen Zugang zur Stadt. Der Verkauf von Feuerwaffen, Sprengstoff und Munition ist verboten.

Noch kurz vor dem Jahreswechsel ließ der Chef des russischen Olympia-Komitees, Alexander Schukow, verlauten, dass man keine zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen für die bevorstehenden Olympischen Winterspiele in Sotschi treffen werde. „Was die Olympischen Spiele in Sotschi anbetrifft, sind alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen schon getroffen“, zitierte ihn Ria Novosti am 30. Dezember. „Im Zusammenhang mit dem Anschlag in Wolgograd wird es keine zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen geben. Denn alles Notwendige ist schon getan worden.“

Die Olympischen Spiele finden vom 7. bis 23. Februar statt. Das zuletzt eigentlich bis zum 21. März eingeschränkte Recht auf Versammlungsfreiheit wurde nun wieder gelockert. Erst am Samstag unterzeichnete Wladimir Putin ein Dekret, welches während der Spiele Demonstrationen und Protestmärsche in einer speziellen Zone der Schwarzmeerstadt erlaubt. Zuvor muss jedoch eine behördliche Genehmigung eingeholt werden.

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