Korruptionsskandal: Ratingagentur Fitch sorgt sich um türkische Kreditwürdigkeit

Der Korruptionsskandal in der Türkei birgt nach Ansicht der Ratingagentur Fitch ein enormes ökonomisches Risiko für das Land. Die Kreditwürdigkeit drohe unter dem Eindruck der häuslichen Krise zu leiden. Investoren könnten im großen Stil das Vertrauen verlieren. Dies führe zu einem schockartigen Verlust der Kreditwürdigkeit des Landes. Die Krise habe bereits steigende Zinsen für türkische Staatsanleihen provoziert.

Die Märkte reagieren gereizt auf die politische Krise in der Türkei. Einer der größten Ratingagenturen der Welt, Fitch, befürchtet eine rapide Verschlechterung der Kreditwürdigkeit. Erste Anzeichen für ein sinkendes Vertrauen der Märkte zeigten sich in erhöhten Abgaben für türkische Staatsanleihen. Zusätzlich habe die Krise die Aufmerksamkeit auf das hohe Leistungsbilanzdefizit gelegt und die Lira auf ein Rekordtief im Verhältnis zum Dollar gedrückt.

Dennoch sieht Fitch bisher von einer Senkung des derzeit auf „BBB-“ stehenden Ratings ab. Fitch stellt jedoch eine Abwertung in Aussicht, sollte der relative Schuldenstand steigen oder Bankensystem, Kapitalmärkte und die Dynamik im privaten Sektor leiden.

Fitch sieht die ökonomische Stabilität gefährdet, sofern der Korruptionsskandal anhält und soziale und politische Unruhen die türkische Regierung daran hindern, Maßnahmen gegen die Verschlechterung bestimmter wirtschaftlicher Parameter wie der Staatsverschuldung, der Inflation und dem Leistungsbilanzdefizit zu treffen (mehr hier).

Die türkische Lira habe seit Beginn der Ermittlungen um sieben Prozent nachgegeben (mehr hier). Dieser Wert wäre nach Ansicht der Ratingagentur sogar noch höher, hätte die Türkische Zentralbank nicht auf Druck der Regierung interveniert, indem sie den Umtausch von von sechs Milliarden US-Dollar in Lira bis Ende Januar in Aussicht gestellt habe.

Fitch zeigt sich skeptisch, ob es der Zentralbank gelingt, den Zins 2014 auf vier Prozent zu heben. Fiskalische Maßnahmen haben nach Ansicht von Fitch nicht geholfen, Inflation und Leistungsbilanzdefizit auf den Sollwert von fünf Prozent zu drücken.

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