Erdoğan setzt Säuberungen fort: 16 Polizeichefs werden versetzt

Der Kampf zwischen Regierung und Staatsschutz eskaliert. Polizeichefs aus 15 Provinzen wurden entlassen. Die betroffenen Provinzen gehören zu den ökonomisch stärksten und bevölkerungsreichsten. Die Entlassungen der hochrangigen Polizisten erfolgten kurz nachdem sie Ermittlungen gegen hohe Beamte und staatsnahe Großunternehmen eingeleitet hatten.

Der nächsten großen Säuberungswelle fielen 16 Polizeichefs aus 15 Provinzen der Türkei zum Opfer, darunter die Chefs der nach Istanbul größten Provinzbehören in Ankara und Izmir.

Istanbuls Polizeichef Hüseyin Çapkın wurde bereits Mitte Dezember seiner Verantwortung enthoben, ebenfalls kurze Zeit nach Aufnahme von Untersuchungen wegen Bestechung (mehr hier). Somit wurden in weniger als einem Monat die Polizeichefs der drei wirtschafts- und bevölkerungsstärksten Provinzen ausgetauscht.

Die Kündigung des Polizei-Vorsitzenden von Izmir erfolgte nur knapp einen Tag, nachdem die ihm unterstellten Sicherheitsbehörden einen hohen Beamten festgesetzt hatten. Dieser beaufsichtigte nach Berichten der Hürriyet ein Bau-Großprojekt der staatlichen Eisenbahngesellschaft der Türkei (TCDD). Gegen ihn hatte der Staatsanwalt der Stadt Izmir ein Betrugsverfahren initiiert.

Die Säuberungsaktion beendete darüber hinaus die Karriere der Polizeichefs der Provinzen von Adana, Antalya, Bursa, Diyarbakır, Erzurum, Gaziantep, Hatay, Kocaeli, Malatya, Sakarya, Samsun und Trabzon. Auch dem Chef der nationalen Polizei, Kadir Ay, wurde gekündigt.

Seit der Ankündigung von Ermittlungen wegen Betrugs Anfang vergangenen Monats sind allein in Istanbul und Ankara ungefähr 1700 Polizisten entlassen oder versetzt worden (mehr hier).

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