Studie: Soziale Netzwerke können keine Freundschaften bewahren

Über Soziale Netzwerke wie Facebook wird es Usern möglich, Freundeslisten mit Hunderten Personen zu pflegen. Doch trotz fortschrittlichster Technik scheint es, als ob der engste Zirkel um einen Menschen nach wie vor begrenzt ist.

Eine Studie der Said Business School der Oxford University hat nun das herausgefunden, was die meisten User schon immer geahnt haben. Das Handy, Internet und vor allem Soziale Netzwerke wie Facebook haben die menschliche Kommunikation zwar grundlegend geändert. Dennoch gibt es Dinge, die lassen sich auch mit Hilfe aller Computer der Welt nicht verändern: Unser engster Freundeskreis.

Selbst wenn ein User mehrere Hundert Personen in seiner Freundschaftsliste hat,  hat er tatsächlich nur eine Handvoll Freunde. Allerdings werden gleichzeitig alte Freunde häufiger fallengelassen, sobald neue Freundschaften geschlossen werden. Auch das geschieht aus einem einzigen Grund: Die Anzahl der Leute im engsten Zirkel muss weiterhin übersichtlich bleiben. Das ist das grundlegende Ergebnis der im „Proceedings of the National Academy of Sciences“ Journal erschienenen Studie.

„Obwohl soziale Kommunikation heute leichter ist als je zuvor, scheint unsere Fähigkeit, emotional enge Beziehungen aufrechtzuerhalten, begrenzt zu sein“, zitiert das Nachrichtenportal Worldbulletin  den an der Studie beteiligten Forscher Dr. Felix Reed-Tsochas.

Kommt ein neuer „bester Freund“, muss ein alter gehen

Im Rahmen der Untersuchung verfolgten die Forscher die Kommunikations-Gewohnheiten von 24 Personen über einen Zeitraum von 18 Monaten. Gewählt wurde jeweils eine entscheidende Phase im Leben der Probanden. Sie vollzogen gerade den Wechsel von der Schule zur Universität oder zur Arbeit. Jeder Teilnehmer wurde drei Mal gebeten, seine neuen und alten Freundschaften zu analysieren. Dabei wurde festgestellt, dass die Fähigkeit der Teilnehmer, Verbindungen mit alten Freunden zu halten und in diese zu investieren endlich war. Sie alle hatten einen kleinen Kreis von engen Freunden, mit dem sie häufig online oder per Telefon Kontakt hatten. Verfahren wurde also nach dem Prinzip: Kommt ein neuer „bester Freund“, dann muss eben ein alter gehen. Auf diese Weise wird die Stabilität des persönlichen Sozialprofils garantiert.

Der simple Grund dahinter: „Es liegt an einer Kombination aus der beschränkten Zeit, die man für Kommunikation hat, und dem großen kognitiven und emotionalen Aufwand, den es braucht, um eine enge Beziehung zu führen“, so Professor Robin Dunbar, britischer Evolutionspsychologe und Studien-Seniorautor. „Die persönlichen Kommunikationsmuster scheinen so stark vorbestimmt zu sein, dass nicht einmal die neuen, so wirkungsvollen digitalen Medien  (…) etwas ändern können.“

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