Elektronische Armee des Kaukasus: Cyber-Terror gegen Olympia angedroht

Eine Gruppe muslimischer Extremisten gibt Russlands Präsident Wladimir Putin ein Ultimatum. Sie fordern den Abbruch der Vorbereitungen der Olympischen Winterspiele in Sotschi oder sie entfachen einen „Cyber Krieg“ als Vergeltungsmaßnahme für den „Tscherkessischen Völkermord“.

Die „elektronische Armee des Kaukasus-Emirats“ kündigt den Start eines Cyberkrieges gegen Russland an, sollte die russische Regierung ihren Forderungen nicht nachkommen und alle „Aktivitäten“ in Sotschi beenden. Damit spielt die Gruppe wahrscheinlich auf die Olympischen Winterspiele an. Welche Gefahren Russland durch den angekündigten „Cyber-Krieg“ konkret drohen, ließ die Gruppe bisher offen.

Die Ankündigung erfolgte per Video in der Facebook-Gruppe „Anonymer Kaukasus“. Mit der Selbstbezeichnung als „elektronische Armee des Kaukasus-Emirats“ beanspruchen diese Radikalen, im Namen des „Kaukasischen Emirats“ zu sprechen.

Dabei handelt es sich um einen von der internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannten islamischen Gottesstaat im Nordkaukasus auf dem Gebiet der Russischen Föderation. Ziel dieses Pseudo-Staates ist es, den Nordkaukasus der Kontrolle Russlands zu entreißen.

Im Video appelliert die Gruppe direkt an Putin. Im Hintergrund stehen Parolen in englischer Sprache wie „Putin, bau deine Glaubwürdigkeit nicht auf Tscherkessische Gräber“, „Sotschi 2014 – der geheime Völkermord“, „Ihr werdet auf Massengräbern Ski fahren“ und „Olympische Winterspiele in Sotschi 2014 – 150. Geburtstag des Völkermordes an den Tscherkessen“.

Mit dem 150. Geburtstag des „Völkermordes“ in der Nordkaukasus-Region Tscherkessien spielen die Fundamentalisten auf die Opfer des Kaukasuskrieg von 1817-1964 an, an dessen Ende das russische Zarenreich unter Katharina der Großen den nördlichen Kaukasus besetzte. Nach der Niederlage des muslimisch-kaukasischen Rebellen Imam Schamil flohen zwischen 500.000 und 1,5 Millionen Tscherkessen zur Schwarzmeerküste und über das Meer in Richtung osmanischer Auffanglager. Dabei kamen 10.000 Flüchtlinge ums Leben. Außer Tscherkessischen Gruppen erkennt jedoch nur der Staat Georgien dies als „Völkermord“ an.

Die Russische Regierung trifft Sicherheitsmaßnahmen zur Terrorabwehr für die Olympischen Spiele (mehr hier). Nach Anschlägen in Wolgograd ist Lage angespannt (mehr hier).

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