Mordfall Sierra Sarai: Täter war die ganze Zeit voll zurechnungsfähig

Fast ein Jahr nach dem Mord an der US-amerikanischen Touristin Sierra Sarai ist klar: Der Täter ist entgegen erster Annahmen im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten. An seiner Prozessfähigkeit besteht mittlerweile kein Zweifel mehr.

Der Mordfall Sierra Sarai erschütterte im Februar 2013 die türkische Öffentlichkeit. Die Mutter zweier kleiner Kinder war allein in die Türkei gereist und dort kaltblütig ermordet worden. Ein Jahr später liegt nun ein Gutachten über ihren Mörder vor. Demnach habe dieser keinerlei psychische Probleme. Einem Prozess steht nichts im Wege.

In Auftrag gegeben wurde ein entsprechendes Gutachtem vom 5. Hohen Strafgerichtshof in Istanbul. Das Gericht wollte Aufschluss über den psychischen Zustand von Z.T. erhalten. Der hatte bereits zugegeben, die 31-Jährige am 21. Januar 2013 ermordet zu haben. Nun legte die Nervenklinik Bakırköy Mazhar Osman das Papier vor. Demnach habe der Täter keinerlei psychische Probleme gehabt während er die Verbrechen „sexuelle Nötigung, vorsätzliche Tötung und Diebstahl“ beging und die nun seine Fähigkeit vor Gericht zu stehen beeinflussen könnten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Weiterhin stellte der Bericht heraus, dass sich Z.T. zum Zeitpunkt der Tat seines Handelns voll und ganz bewusst gewesen sei.

Sierra Sarai war am 7. Januar 2013 zu ihrer ersten Europareise aufgebrochen. Nach Istanbul war die Frau gekommen, um dort zu fotografieren. Seit dem 21. Januar galt sie jedoch als vermisst. Am 2. Februar fand die Polizei schließlich ihre Leiche an der Stadtmauer in der Nähe Sarayburnu, unterhalb des Topkapı Palasts.

Z.T. gab zu, die Amerikanerin getötet zu haben. Eine Vergewaltigung wurde von ihm jedoch vehement bestritten. Er gab an, dass er versucht habe sie zu küssen. Weiterhin behauptete er, zur Tatzeit high gewesen zu sein. Nach einem Kampf habe er die Frau mit einem Stein erschlagen.

Über Wochen hielt der Fall der ermordeten New Yorkerin die internationale Öffentlichkeit in Atem. Erst die aufreibende Suche nach ihrer Leiche, dann die nicht weniger zehrende Fahndung nach ihrem Mörder. Die Gerüchteküche brodelte, während die Ermittler mit Hochdruck an der Lösung des Falls arbeiteten. Fast ein halbes Jahr später meldete sich die Istanbuler Chef-Staatsanwaltschaft zu Wort. Sie forderte eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Tatverdächtigen. In der Anklage wird er des vorsätzlichen Mordes, des vorsätzlichen Raubes und sexueller Übergriffe beschuldigt. Demnach soll er die US-Amerikanerin getötet haben, nachdem der Versuch sie zu vergewaltigen fehlgeschlagen sei (mehr hier).

Die Polizei schnappte Ziya T. am 17. März 2013 beim Versuch von Syrien zurück in die Türkei zu gelangen. Der Zuschlag erfolgte in der Provinz Hatay, rund eineinhalb Monate nach der Ermordung von Sierra Sarai (mehr hier). Während der Befragung in einem Istanbuler Gerichtsgebäude soll er den Mord gestanden haben und anschließend in Haft genommen worden sein. Allerdings: An den Vorfall selbst will er sich nicht erinnern. „Ich habe in großen Mengen Klebstoff geschnüffelt und kann mich an keine Details erinnern. Vielleicht habe ich sie mit einem schweren Gegenstand erschlagen“, versuchte der 46-Jährige damals eine Rekonstruktion (mehr hier).

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