Atomabkommen mit Japan: Türkei hat kein Interesse an Urananreicherung

Nach dem Uran-Deal mit Japan bestreitet der türkische Energieminister Taner Yıldız jegliche Interessen der Türkei an einer Urananreicherung. Die Klausel zur Option von Urananreicherung bestehe nur zu Forschungszwecken. Die Anreicherung verbrauchten Urans dient dem Bau von Atomwaffen.

Der türkische Energieminister Taner Yıldız bestreitet jegliche Ambitionen seines Landes zur Urananreicherung. Auf die Erlaubnis zur Urananreicherung hatte zuvor der türkische Premierminister Erdoğan bei seinem erneuten Besuch von Japans Premier Shinzo Abe bestanden. Nach Yildiz Aussage soll die vorgesehene Urananreicherung ausschließlich zur Forschung erfolgen.

„Wir planen keinerlei Projekt bezüglich des Kernbrennstoffes und der Anreicherung“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Minister Yıldız. „Es gibt drei Stufen der nuklearen Aufarbeitung. Dass die Türkei eine dieser drei Stufen versucht, sollte nicht als Anreicherung verstanden werden“, so Yıldız. „Anreicherung meint etwas anderes.“

Angereichters havariertes Uran wird zur Extraktion von Plutonium genutzt. Die liberale japanische Zeitung Asahahi Shimbun befürchtet, hinter dem türkischen Beharren auf der Erlaubnis zur Urananreicherung könnten militärische Ambitionen stecken. „Es bleibt das Risiko ,dass sie (die japanische Regierung) unverantwortliche Ansprüche akzeptiert, die im Zusammenhang stehen mit einem von einem Ministerpräsidenten geförderten Projekten“, so Shigeaki Koga, ehemaliger Beamter des japanischen Ministeriums für Industrie. Dies widerspräche der Position Japans im Kampf gegen die Verbreitung von Atomwaffen.

Neben dem Problem der ungelösten Entsorgung befürchtet die Zeitung nukleare Katastrophen. Die Türkei und Japan haben vergangenes Jahr ein gemeinsames Projekt zum Bau japanischer Kernkraftwerke beschlossen (mehr hier). Die Atomkraftwerke sollen im Rahmen türkisch-japanischer Zusammarbeit in erdbebengefährdeten Gebieten gebaut werden.

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