Korruptionsskandal: Türkische Märkte erholen sich etwas

Auf den türkischen Märkten herrschen derzeit gemischte Gefühle: Einerseits erholen sich die Börsenwerte langsam. Andererseits lassen jüngste Zahlen aus den Vereinigten Staaten neue Dämpfer für die türkische Wirtschaft befürchten. Währenddessen gibt die Lira wie erwartet nach.

Innere Stressfaktoren klingen ab, äußere Stressfaktoren verschärfen sich. Während sich an der türkischen Börse eine mühsame Überwindung der Auswirkungen des Korruptionsskandals abzeichnet, sind die Bedingungen von Seiten der USA nicht so gut wie erwartet.

Zunächst sind Analysten davon ausgegangen, dass aufgrund der eher schlechten Entwicklung auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt die Politik des billigen Geldes anhalten wird. Dies führt indirekt zu einer für die türkische Wirtschaft günstigen Lage auf den Kapitalmärkten, da amerikanischen Investoren mehr Geld zur Verfügung für Schwellenmärkte der Türkei steht.

Allerdings beurteilen türkische Analysten laut Hürriyet das Stocken auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt als einmaligen Effekt. Dieser sei auf den ungewöhnlich kalten Winter auf dem nordamerikanischen Kontinent zurückzuführen. Ein abschließendes Urteil sei am 16. Januar zu erwarten.

Die türkische Volkswirtschaft ist aufgrund ihrer enormen Abhängigkeit von Auslandsinvestitionen extrem anfällig gegenüber einem Wechsel in der amerikanischen Geldpolitik. Sollte die Federal Reserve Bank den Dollar verknappen, versiegt die Quelle ausländischer Investitionen. Ohne diese kann die Türkei schwerlich ihr Leistungsbilanzdefizit von sieben Prozent zu senken. Dies wiederum erhöht für die an Weisungen der Regierung gebundene türkische Zentralbank den Anreiz, die Lira zugunsten des Exports weiter abzuwerten.

Nach einem Rekordtief hat sich die türkische Lira in den vergangenen Tagen leicht erholt. „Wir erwarten eine Steigerung des durchschnittlichen Wertes der Lira im Verhältnis zum Dollar von 1,90 in 2013 zu 2,10 in 2014 aufgrund kürzlicher positiver Entwicklung innerer Faktoren angesichts der diesjährigen Kommunal- und Präsidentenwahlen“, zitiert die Hürriyet eine Meldung der türkischen Odeabank. Allerdings befindet sich diese Aussage in vollständigen Widerspruch zur neuesten Analyse des Prognostikers Przemyslaw Kwiecien (mehr hier).

Immerhin versprühen die türkischen Aktienmärkte Optimismus: Der Istanbul Index kletterte um 0,56 Punkte auf 68.294 Punkte, ähnlich wie der Schwellenmarkt Index, der um 0,68 Prozent stieg.

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