Abschottung gegen Illegale: Türkei verstärkt massiv ihren Küstenschutz

Die Investitionen in Kriegsschiffe und Schnellboote sind in der Türkei stark gestiegen. Der Staat versucht, verstärkt gegen Illegale vorzugehen. Ein Hinweis darauf, dass das Abkommen zwischen der Türkei und der Europäischen Union Wirkung zeigt.

Die Türkei verstärkt ihre Küstenverteidigung in Quantität und Qualität, um konventionellen und unkonventionellen Sicherheitsrisiken zu begegnen. Dies betrifft zuvorderst die West- und Südküste des Landes. Ein Aspekt ist dabei der Schutz gegen illegale Immigranten, aber auch die Terrorismus-Abwehr.

Die Türkei will damit die Vorgaben einhalten, die sie im Zuge des Doppelabkommens vom 16. Dezember von Seiten der EU akzeptiert hat (mehr hier). „Die neuen Umstände veranlassen uns, den Fluchtverkehr in der Ägäis besser zu überwachen“, zitiert das Journal DefenseNews einen hochrangigen Marineoffizier. „Wir sind dabei, die Überwachungssysteme und die Aufrüstung auf den neuesten Stand zu bringen.“

Weitreichende militärische Operationen seien nicht geplant. Es gehe bei den Maßnahmen allein um den Küstenschutz. „Die türkische Marine verfolgt keine Pläne zu Hochsee-Operationen. Folglich liegt unser Schwerpunkt auf der Küstenverteidigung“, so der Offizier weiter.

Für elektronische Überwachungssysteme sorgt der türkische Rüstungskonzern Nr.1, Aselsan (Askerî Elektronik Sanayii A.Ş.). Dieser gewann das Ausschreiben zum Entwurf eines modernen Radarsystems, CAFRAD Faz-1. Dieses System dient der Aufklärung und Unterstützung von Marine-Einheiten und ist dem israelischen ALPHA multimission M-2258 nachempfunden. Ziel im Einsatz zur türkischen Küstenschutz ist das Aufspüren von Personen, ihrer Identifikation als Freund oder Feind sowie Luftabwehr.

Für die Operation selbst investiert die Marine in Schnell- und Patrouillenboote, Küsten-Radaranlagen, Landungsschiffe, Flugzeuge, Korvetten, Kampfdrohnen, Tiefseetauchboote und Amphibienfahrzeuge. Daneben benötigt die Marine intelligente militärische Software.

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