Davutoğlu verteidigt Erdoğans Ansprüche auf den Balkan

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu verweigert jede Entschuldigung an Serbien für die Äußerung von Premierminister Recep Tayyip Erdoğan. Dieser hatte den Kosovo als Teil der Türkei beansprucht. Davutoğlu sieht in der Aussage keine Beleidigung.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu sieht keine Notwendigkeit von türkischer Seite, sich für die Äußerung des Premierministers von vergangenem Sommer zu entschuldigen. Erdoğan hatte auf seiner Balkan-Reise in Prizren behauptet, die „Türkei ist Kosovo und Kosovo ist Türkei“. Davutoğlu begründete seine Absage damit, dass keine Entschuldigung nötig sei. Die Stellungnahme „beinhaltete keine Beleidigung, sondern nur positive Empfindungen“.

„Der serbisch-türkische Zusammenhalt ist mittlerweile das Rückrat der Stabilität im Balkan“, so zitiert der Belgrader Radiosender B92 Davutoğlu. Die Äußerung zum Kosovo sei „nicht politisch und erst recht keine Demonstration einer expansionistischen Politik“ gewesen.

„Es ist eine kulturelle Definition – wenn jemand auf Türkisch sagt, dass Kosovo zu einem anderen Land gehört, bedeutet dies eine enge kulturelle Bande“, so der Außenminister. „Ich hoffe aufrichtig, dass dies ausreicht, unseren guten Willen für die serbische Regierung und die serbische Bevölkerung auszudrücken. Ein kleines Sätzchen sollte nicht völlig aus dem Kontext einer ganzen Rede gerissen werden.“

Davutoğlu betonte, dass die Gebiete Serbiens, Kosovos und Bosniens kein Teil der Türkei seien und dass Ankara auch nichts dergleichen gesagt habe. „Was wir nach wie vor sagen ist, dass es nur gemeinsame Gefühle gibt, und nur eine positive Haltung gegenüber Serbien.“

Wenn der serbische Präsident Tomislav Nikolić nach Istanbul käme und sagen würde, dies sei seine Stadt, dann würden wir applaudieren und nicht im geringsten daran denken, dass er expansionistische Absichten gegenüber der Türkei zeigen will“, so der türkische Außenminister.

Entgegen den Ausführungen Davutoğlus berichtete der Belgrader Blic, dass die „Türkisch-Serbischen Beziehungen sich seit Erdogans Stellungnahmen zum Kosovo verschlechtert haben.“ Serbiens Präsident Nikolić habe diese Äußerung als Kriegshetze und waffenlose Aggression verurteilt und eine Entschuldigung gefordert.

Serbien steht mit seinen Irritationen nicht allein. Auch die griechische Regierung reagierte auf die Ausführungen des Premiers mit Misstrauen (mehr hier).

Die kulturelle Bande zwischen Kosovo und der Türkei, von der Erdoğan sprach, zeigt sich in der großen Bewunderung kosovarischer und bosnischer Muslime gegenüber dem türkischen Premier (mehr hier).

Mehr zum Thema:

„Hoffnungsträger der Verzweifelten“: Bosnische Muslime beten für Erdoğan
Irritation in Athen: Erdoğan erhebt Ansprüche auf den Balkan
„Leader of 21st Century“: Türkischer Außenminister wird in Sarajevo ausgezeichnet

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.