Allen Warnungen zum Trotz: Erdogan setzt Versetzungswelle fort

Die massiven Säuberungen der Regierung Erdoğan in den Reihen der türkischen Polizei gehen auch an diesem Mittwoch weiter. Allein sechs Köpfe der Einheit für Schmuggel und organisierte Kriminalität (KOM) wurden entlassen. Weitere 500 Beamte wurden versetzt.

Bereits in einer früheren Säuberungswelle wurde der Leiter der Einheit für Schmuggel und organisierte Kriminalität (KOM), die eine Schlüsselrolle bei der Durchführung großflächiger Untersuchungen gespielt hatte, seines Amtes enthoben. Nun traf es sechs weitere Köpfe. Daneben sollen 500 Polizeibeamte auf neue Posten versetzt worden sein.

500 Polizisten über Nacht versetzt

Die Webseite der Institution soll unter der Last der Anfragen zusammengebrochen sein, als offenbar zu viele Polizisten gleichzeitig erfahren wollten, wohin sie nun geschickt worden waren. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Wie schon im Zuge der letzten Säuberungswelle, wurden die Beamten auch diesmal quasi über Nacht versetzt, so die Zaman.

Auch in Ankara sei die Polizei das neuerliche Ziel einer Säuberungswelle geworden sein. Am Mittwoch wurden hier erneut insgesamt zwölf stellvertretende Polizeichefs entlassen.  Drei von ihnen waren erst vor kurzem ernannt worden.

Durchsuchung bei der IHH

Erst am Dienstag hat die türkische Polizei bei einem Einsatz gegen das Terrornetzwerk al-Qaida auch die Räumlichkeiten der regierungsnahen Hilfsorganisation islamisch-türkische Stiftung für humanitäre Hilfe (IHH) wegen des Verdachts auf Waffenschmuggel durchsucht. Insgesamt sollen in sechs Provinzen 25 Beschuldigte festgenommen worden sein. Aus den IHH-Räumlichkeiten wurden Computer und Unterlagen beschlagnahmt.

In der vergangenen Woche war es zu einer weiteren massiven Versetzungswelle gekommen. In der Nacht zum Dienstag wurden dabei 350 Polizisten von ihren Posten in Ankara entfernt. Die teils ranghohen Beamten wurden strafversetzt und finden sich nun auf niedersten Posten wieder (mehr hier).

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