Nächste Gefahr für die türkische Wirtschaft: Vertrauen der Verbraucher bricht ein

Nicht nur die türkischen Märkte sehen sich derzeit heftigen Turbulenzen ausgesetzt. Auch das Vertrauen der Verbraucher ist eingebrochen. Ein türkischer Analyst erwägt, wie stark diese Entwicklung von der aktuellen politischen Krise beeinflusst ist.

 

Der „Consumer Confindence Index“ (CCI) der Türkei erlebt von Dezember 2013 auf Januar 2014 einen deutlichen Rückgang. Nach Angaben des türkischen Blogs Economonitor fiel der Wert des Indexes um satte 18 Prozent.

Der Rückgang ist auf den erdrutschartigen Einbruch des Consumer Sentiment Index von 48 Prozent zurückzuführen. Dieser Sub-Index beschreibt kurzfristige Gefühle, bereinigt um langfristige Planung.

Der CCI beschreibt das so genannte Verbraucher-Vertrauen. Dieses ist definiert als Grad der Zuversicht der Verbraucher hinsichtlich des Zustands der jeweiligen Volkswirtschaft. Ein Einbruch der Index-Werte in der türkischen Wirtschaft bedeutet, dass die Konsumenten eher zu Ansparungen als zu Ausgaben neigen.

Nach Emre Deliveli, Blogeigentümer und Wirtschaftsanalyst der Hürriyet, ist das plötzliche Schwinden des Vertrauens der Konsumenten nur zu einem Teil auf die derzeitige innenpolitische Krise der Türkei zurückzuführen. Auch das vom vergangenen Oktober von der türkischen Bankenaufsicht etablierte Regelwerk für den Umgang mit Kreditkarten habe einen Einfluss auf das Konsumverhalten der Türken. Mithilfe dieses Regelwerkes will die Regierung die private Verschuldung eindämmen (mehr hier). Die Restriktionen sind Anfang des Monats in Kraft getreten.

Ein weiterer Faktor ist von weniger spektakulärer Natur: Eine Abwärtsentwicklung im Januar ist saisontypisch.

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