NATO bestätigt Ankara: Raketensystem schützt Israel nicht

Die Anti-ballistischen Raketen in der Türkei dienen nicht dem Schutz Israels. Dies bestätigte die NATO. Premierminister Recep Tayyip Erdoğan hatte zuvor einen synergetischen Schutz für Israel vermutet. Seinen Befürchtungen zufolge hätte der Schutz das Land zu einem Angriff auf den Iran ermuntert. Die Reaktion Erdoğans zeigt, welcher Seite sich die Türkei verpflichtet fühlt.

Der Nordatlantikrat hat dem türkischen Premier Erdoğan versichert, das geplante Raketenabwehr-System der NATO sei nicht dafür vorgesehen, auch Israel vor ausländischen Raketenangriffen zu schützen. Die im Zuge der „Operation Active Fence“ („Operation handelnder Zaun“) in den südtürkischen Städten Adana, Kahramanmaraş und Gaziantep stationierten Raketenbatterien fungieren als Schutz der Grenzgebiete der Türkei vor Raketen aus Syrien.

NATO-Vize-Generalsekretär Alexander Vershbow führt das Missverständnis des türkischen Premiers auf die allgemeine Verwirrung im Zusammenhang mit den Raketenstationierungen zurück. „Ich denke, es liegt an der Fehlwahrnehmung, dass der Schwerpunkt des NATO-Systems irgendwie auf dem Schutz Israels liegt und dass Anlagen in Israel Teil des NATO-Systems seien. Tatsächlich sind dies aber zwei völlig verschiedene Dinge“, zitiert die Jerusalem Post Vershbows Gespräch mit dem Institut für Studien zur Nationalen Sicherheit der Universität Tel Aviv.

Vershbow spielt damit auf zwei nicht miteinander in Verbindung stehende Abwehrsysteme an: Das Abwehrsystem der NATO in der Türkei (mehr hier) und das Abwehrsystem der USA in Israel. Letzteres richtet sich gegen Angriffe aus dem Iran.

Ein Leck in der Korrespondenz zwischen den USA und der Türkei offenbarte die Sorgen des türkischen Premiers, das Verteidigungssystem könnte Israel die entscheidende Deckung für seinen Angriff auf iranische Nuklear-Vorrichtungen bieten.

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