Neuer Anlauf: Weltwirtschaftsforum lädt Erdoğan nach Davos

Vier Jahre nach der letzten Visite des türkischen Premiers, startet das Weltwirtschaftsforum in Davos nun einen neuerlichen Versuch, Recep Tayyip Erdoğan in den Schweizer Skiort zu locken. Nach einer Auseinandersetzung mit Israels Präsident Shimon Peres hatte er 2009 verkündet, der Zusammenkunft nie mehr beizuwohnen.

Der Europaleiter des Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, Nicholas Davis, hat den türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan zum diesjährigen Treffen vom 22. Januar bis zum 26. Januar 2014 eingeladen. Schon in den vergangenen Jahren wurden diese vom Premier ignoriert und ließ sich von seinem Staatsminister Ali Babacan vertreten.

Begründet wurde die Einladung der Türkei zum Treffen 2014 mit einer stabilen türkischen Wirtschaft und einer starken Infrastruktur, so das Nachrichtenagentur Anadolu. Das Wachstum des Landes läge über dem vieler anderer europäischer Staaten.

Dieses Jahr steht das WEF unter der Überschrift „Die Neugestaltung der Welt: Konsequenzen für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft”. Warnen wollen die Organisatoren 2014 vor allem vor der immer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich, die ihrer Ansicht nach die größte Gefahr für die Weltwirtschaft darstellt. In der kommenden Woche werden rund 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist diesmal nicht vor Ort. Insgesamt werden gut 2.500 Teilnehmer aus rund hundert Ländern anreisen.

Zwischenfall 2009: Erdoğan gerät mit Peres aneinander

Nach einem Streit mit dem israelischen Präsidenten Shimon Peres erklärte der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan 2009, dass das Weltwirtschaftsforum in Davos für ihn ein für allemal erledigt sei. Während einer Podiumsveranstaltung über den Gazastreifen, an der auch Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon und der Generalsekretär der arabischen Liga, Amr Mussa teilnahmen, gerieten die beiden Männer aneinander. Erdoğan warf Peres vor, dass Israel im Gazastreifen Mord begangen hätte.

Wutentbrannt verließ der türkische Premier nach der Veranstaltung den Saal. Später erklärte Erdoğan, sein Hinausstürmen sei eine Reaktion auf die Modeartion des „Washington Post” Kolumnisten David Ignatius, gewesen. Er hätte von diesem zu wenig Gesprächszeit bekommen: „Ich zielte überhaupt nicht in irgendeiner Weise auf Israel, das israelische Volk oder den israelischen Präsidenten Peres.”

2010 nahm die Türkei darauf hin nicht am Weltwirtschaftsforum in Davos teil. Im Jahr darauf wurde das Land von Staatsminister Ali Babacan repräsentiert. Vom 25. bis 29. Januar 2012 war er ebenfalls anwesend. Mit ihm erstmals auf diesem Parkett befand sich damals die türkische Familienministerin Şahin. Sie war die erste Politikerin aus der Türkei beim Weltwirtschaftsforum (mehr hier). Auch 2013 trat das Duo gemeinsam in der Schweiz auf.

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