Türkischer Musiker verbindet Klassik und Elektromusik

Can Atilla ist ein türkischer Komponist und Elektromusiker. In der Türkei ist er sehr bekannt. Insbesondere seine Musik-Clips über das Osmanische Reich kommen gut an bei den Türken. Dabei benutzt er auch Elemente der Elektromusik. Doch in Deutschland kennen ihn nur wenige Menschen.

Can Atilla: Unsere Geschichte hat einen großen Stellenwert für mich. Doch auch die Geschichten anderer Völker stehen im Fokus meines Interesses. Die weltweite Musik und Kunst haben sich im Verlauf der Jahrhunderte gegenseitig befruchtet. Auslöser waren Ereignisse, wie Kriege, Heldentaten, Erfindungen oder Innovationen. All das sind große Inspirationen.

Die Symbiose zwischen bisher unbekannten Tönen und Klängen aus der Vergangenheit mit dem heutigen Musikverständnis ist in der Türkei eine Neuheit. Das habe ich in meinen Alben umgesetzt. Diese Symbiose lässt sich auch weltweit sehr selten finden. Doch in Europa gab es schon vorher derartige Vorgehensweisen. Meine Musik-Instrumente sind universal. Deshalb sprechen sie Menschen aus den verschiedensten Ecken der Welt an.

Deutsch Türkische Nachrichten: Wie sind Sie eigentlich auf diese Idee gekommen?

Can Atilla: Im Zuge der Produktion haben wir die osmanische Ära lediglich mit Animationen dargestellt. Das war ein Muss. Reale Videos sind in der Regel sehr teuer und schwieriger umzusetzen. Sie brauchen ein großes Team, Kameraleute, den Zugang zu historische Örtlichkeiten und eine Nachproduktion. Doch wir haben uns auf das wesentliche beschränkt und das kam offenbar sehr gut an beim Publikum. So hat der Musiksender Kral TV den Clip „Aşk-ı Hürrem“ im Jahr 2008 zum besten Musikvideo des Jahres gekürt.

Deutsch Türkische Nachrichten: Ihre Elektro-Musik weist Elemente der „Berliner Schule“ auf.

Can Atilla: Das ist eigentlich ein anderes Feld. Meine in Europa veröffentlichten Clips ähneln im technischen Sinne der „Berliner Schule“. So weisen die Clips weniger komplexe Sequenzen auf. Sie bestehen nur aus wenigen Tönen und sind mechanisch. Die Vertreter dieser Schule sind Klaus Schulze, Tangerine Dream und Bernd Kistenmacher, die alle meine Wertschätzung genießen. Diese Musik geht der Welt einen Schritt voraus.

Deutsch Türkische Nachrichten: Ihr neues Album heißt „IDEA“. Warum haben Sie diesen Namen ausgewählt? Worum geht es bei dem Album?

Can Atilla: Dem Album ist eine einjährige Arbeit vorausgegangen. Angepeilte Musikhits stehen bei diesem nicht im Vordergrund. Die Stücke gehören in den Bereich der Zukunfts-Musik. Es geht mir vor allem darum, meiner Musik eine besondere Eigennote zu verleihen. Diese Idee steckt hinter dem Album. Deshalb heißt das Album auch „IDEA“.

Deutsch Türkische Nachrichten: Werden Sie Konzerte in Deutschland veranstalten?

Can Atilla: Warum nicht? Sobald die nötigen Verbindungen geknüpft sind.

Can Atilla, geboren 1969 in Ankara, ist ein türkische Komponist. Er ist vor allem in den Bereichen der Filmmusik und elektronischen Musik tätig. Er ist Pianist, Dirigent und war zwischen 1988 und 1990 Geiger im Sinfonieorchester des Türkischen Präsidenten (Cumhurbaşkanlığı Senfoni Orkestrası). Bisher hat er 15 Alben veröffentlicht.

„Aşk-ı Hürrem“:

„Vivaldi in Istanbul“:

 

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