Erdoğan entlässt Gülen-nahe Bankenaufseher und TV-Redakteure

Premierminister Erdoğan geht gegen weitere Staatsbedienstete vor. Sie sollen Anhänger des Predigers Fethullah Gülen sein. Zuvor tauchten im Internet Telefongespräche zwischen Gülen und seinen Schlüsselmännern in der Türkei auf.

Der Machtkampf zwischen Erdoğan und dem islamischen Prediger läuft weiter. Nach tausenden gefeuerten oder versetzten Polizisten, mehreren dutzend Staatsanwälten und einigen Verantwortlichen in staatseigenen Fernsehsendern geht die Regierung Premiers Erdoğan gegen weitere hohe Angestellte im öffentlichen Dienst vor. Auch sie sollen Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen sein, berichtet die Zeitung Sabah. Das gehe unter anderem aus einem Telefongespräch hervor, welches auf Youtube veröffentlicht wurde.

Vergangenen Samstag wurde der Chef der Bankenaufsicht BDDK (Bankacılık Düzenleme ve Denetleme Kurumu) entlassen. Das gleiche geschah mit mehreren Abteilungs-Chefs des staatseigenen Telekommunikations-Direktorates (TİB), berichtet die Washington Post. Diesem Gremium obliegt die Beaufsichtigung der türkischen Internet-Kommunikation.

Außerdem wurden über zehn Personen des Staatssenders TRT vom Dienst befreit, darunter ebenfalls hochrangige Angestellte, berichtet das Nachrichten-Portal Haberciniz.

Auffällig ist, dass in den vergangenen Tagen und Wochen auf Youtube eine Reihe von Telefongesprächen zwischen Fethullah Gülen und Personen aus der Türkei aufgetaucht sind. Dort nehmen offenbar Gülens Männer in der Türkei Befehle vom islamischen Prediger entgegen. Dabei geht es auch um Geschäftsbeziehungen der Gülen-Bewegung zu prominenten Personen, wie Mustafa Koç, Ali İsmail Sabancı und weiteren Personen der türkischen Geschäftswelt.

Eine Person berichtet Gülen, dass der Medienunternehmer Turgay Ciner der Gülen-Bewegung versprochen habe, nichts belastendes über Fethullah Gülen zu berichten. Zuvor soll die Gefahr bestanden haben, dass ein Redakteur einen negativen Artikel über Gülen schreibt. Das sei nun unterbunden worden.

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