Migrations-Index: Deutschland ist ein beliebtes Einwanderungsland

In einer Studie über beliebte Migrationsziele schneidet Deutschland überdurchschnittlich gut ab. Damit trotzt das Land dem allgemeinen Negativ-Trend in der Eurozone. Nur Staaten außerhalb der EU verzeichnen ähnliche Steigerungen. Die Türkei verharrt demgegenüber diesbezüglich auf schwach negativem Niveau.

Deutschland konnte sein Potential Net Migration Index steigern. Dieser misst den Wunsch potentieller Einwanderer, in das betreffende Land einzuwandern. Die Umfrage wurde von Gallup durchgeführt, eines der renommiertesten Umfrage-Institute der Welt.

Vom Zeitraum 2007-2009 bis 2010-2012 steigerte sich der Index-Wert Deutschlands von 14 Prozent auf 23 Prozent. Dies bedeutet, dass sich nun 23 Prozent der repräsentativ Befragten vorstellen können, nach Deutschland auszuwandern.

Bessere Werte verzeichnen Norwegen (von 36 auf 65 %), die Schweiz (von 150 auf 136 %), das Vereinigte Königreich (von 62 auf 53 %), Spanien (von 74 auf 53 %), Frankreich (von 60 auf 38 %), Schweden (von 78 auf 68 %), Dänemark (von 28 auf 32 Prozent), Luxemburg (2013 erstmalig gemessen mit 68 Prozent) und Österreich (von 33 auf 35 %).

Auch wenn sich der deutsche Wert auf einem im Vergleich mit obiger Spitzengruppe nur niedrigem Niveau steigert, ist es die einzige Steigerung in einem EU-Staat, die oberhalb der Signifikanz-Schwelle liegt. Dies bedeutet, dass trotz akzeptierter Messfehler von einer Veränderung ausgegangen werden kann. Alle anderen Länder wiesen entweder einen Niedergang auf, sind keine EU-Länder oder ihre Steigerung ist nicht signifikant.

Deutschland liegt vor Malta, den Niederlanden, Italien, Belgien und allen sonstigen Staaten Europas und über dem EU-Schnitt von 10 Prozent. Das typische Land mit hohem Index Wert ist westeuropäisch und tendenziell niedrig verschuldet.

In der Spitzengruppe befinden sich sowohl Länder subtropischen Klimas wie auch gemäßigten oder kalten Klimas. Ganz oben stehen mit Norwegen, der Schweiz, Schweden, Dänemark, Luxemburg, Österreich und Deutschland auffällig viele Staaten mit musterhaften Demokratie-Werten nach Vanhanen, und deutlich weniger fehlerhafte Demokratien (Frankreich, Vereinigtes Königreich, Spanien).

Die Veränderung des Wertes der Türkei war demgegenüber mit einem minimalen Rückgang von -7 Prozent auf – 8 Prozent nicht signifikant. Ein negativer Wert bedeutet, dass unter den Befragten der Wunsch nach Auswanderung aus der Türkei größer ist als der der Einwanderung in die Türkei.

Damit liegt die Türkei weit hinter dem Durchschnittswert der MENA-Staaten (Nah-Ost und Nordafrika) von 15 Punkten. Allerdings wird der Wert durch die Ausreißer Saudi-Arabien (218 Punkte) und Kuwait (198 Punkte) stark verzerrt. Tatsächlich sind neben den beiden Halbinsel-Staaten nur Israel (3 Punkte), Libyen (2 Punkte), Jordanien (-2 Punkte) und Libanon (-4 Punkte) attraktiver für Einwanderer.

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