Kurz vor Syrienkonferenz: Türkische Behörden geben Bombenwarnung für einzelne Städte heraus

Einen Tag vor der Genf II-Konferenz im schweizerischen Montreux sind die türkischen Behörden in Alarmbereitschaft. Sowohl für Istanbul, Ankara als auch die südtürkische Provinz Hatay wurden Bombenwarnungen ausgegeben. Die Sicherheitskräfte haben einen Tipp bekommen, dass eine der Al-Qaida nahestehende Gruppierung Selbstmordanschläge plane.

Den türkischen Geheimdienst haben Informationen erreicht, wonach 20 Kämpfer des Islamischen Staates im Irak und der Levante (ISIL) Anschläge planten. Die Vermutung: Damit wollen die Militanten die am Mittwoch in der Schweiz stattfindenden UN-Friedensgespräche zu Syrien stören.

Im Visier sollen die potentiellen Attentäter vor allem Hotels und Tagungsräume haben, in denen sich Mitglieder der syrischen Opposition und der Freien Syrischen Armee aufhalten oder Treffen abhalten. Geheimdiensteinheiten sollen bereits die Polizei und das Gendarmerie-Generalkommando informiert und angewiesen haben außergewöhnliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen.

„[Wir haben] festgestellt, dass 20 ISIL Mitglieder planen, Selbstmordanschläge in unserem Land zu organisieren. Hotels in Hatay gehören zu den primären Zielen. Neben Hatay, befinden sich auch große Hotels und Tagungszentren in Ankara und Istanbul unter den Zielen“, zitiert die türkische Nachrichtenagentur Doğan aus einem ihr zugespielten Geheimdienstdokument. „Die Selbstmordattentäter haben eine Liste von Namen, die als Primärziele ermittelt wurden.“

Die Genf II-Konferenz findet in der Zeit zwischen dem 22. und 24. Januar in Montreux statt. Erst im Mai dieses Jahres wurde die türkisch-syrische Grenzstadt Reyhanlı in der Provinz Hatay Ziel von verheerenden Bombenanschlägen. Mindestens 51 Personen starben (mehr hier). Mehr als 732 Arbeitsplätze, 62 Fahrzeuge, acht öffentliche Gebäude und 120 einzelne Häuser wurden durch die Explosionen beschädigt. Von türkischer Seite wurde schnell das syrische Regime für die Anschläge verantwortlich gemacht. Dieses dementiert jedoch vehement. Der türkische Geheimdienst (MIT) soll die Polizei und die Gendarmerie schon im Februar über die Anschlagspläne informiert haben. Sogar die Kennzeichen der Attentats-Fahrzeuge war bekannt. Doch die Warnung wurde von den Sicherheitskräften nicht beachtet (mehr hier).

An diesem Montag starben mindestens 16 Menschen an der syrisch-türkischen Grenze bei der Detonation von zwei Autobomben am Bab al-Hawa Grenzposten. Noch ist unklar, wer hinter dem Doppelanschlag stecke, so euronews.

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