Islamischer Theologe verteidigt Marx und Homosexuelle

Der türkische Islamtheologe Recep İhsan Eliaçık glaubt an einen islamischen Sozialismus. Er kritisiert die marktwirtschaftlich ausgerichtete Politik der Partei Erdoğans. Macht und Geld haben seiner Meinung nach das islamische Lager korrumpiert.

Nach dem muslimischen Koran-Gelehrten Recep Ihsan Eliaçık steht der Islam der sozialistischen Weltordnung nahe. Kapitalistische Elemente seien im Islam nicht vorherrschend. Eliacik stützt sich bei seiner Behauptung auf die Vision alttestamentarischer Propheten, die das Paradies als einen Ort ohne Grenzen und Klassen ansähen.

Im Gegensatz zur gängigen Koraninterpretation ist İhsan Eliaçık der Meinung, dass die Propheten bereits auf Erden ein klassenloses Paradies umzusetzen versuchten. Dies sei nach seiner eigenen Auffassung kein religionsreformerischer, sondern interpretationsreformerischer Ansatz.

Die AKP sei durch Macht und Geld verdorben worden, so der Theologe im Interview mit der Wiener Zeitung. Die AKP habe den „Kapitalismus islamisiert“ und „durch die islamische Gebetswaschung legitimiert“.

Anderer Meinung ist Eliaçık auch im Hinblick auf die Rechte Homosexueller: Aufgrund sexueller Orientierung sollte niemand diskriminiert werden. Sowohl die allgemeinen Menschenrechte als auch Familienrechte seien seiner Meinung nach anzuerkennen.

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