Währungs-Alarm in der Türkei: Notenbank beruft Krisen-Sitzung ein

Die türkische Liga sinkt auf ein Rekordtief. Die Notenbank schlägt Alarm und ruft eine Sondersitzung ein. Finanz-Analysten rechnen mit einer kräftigen Anhebung des Leitzinses. Doch auch andere Schwellenländer taumeln. Grund ist die massive Kapitalflucht ausländischer Investoren.

Die türkische Zentralbank hat eine Krisen-Sitzung einberufen. Das Treffen soll am Dienstag stattfinden. Auslöser ist der unaufhaltsame Währungsverfall der Türkischen Lira.

Bei Tagesbeginn lag die Türkische Lira zum US-Dollar noch bei einem Kurs von 2,33. Im Laufe des Tages fiel sie auf ein Rekordtief von 2,39.

Der Finanz-Analyst Timothy Ash von der Standard Bank empfiehlt der türkischen Notenbank eine Anhebung des Zinssatzes. Aktuell liegt der Zinssatz bei 4,5 Prozent. „Die Türkische Lira verzeichnet eine Talfahrt. Devisenmarkt-Interventionen helfen hier nicht weiter. Der einzige Weg ist, den Zinssatz kräftig anzuheben“, zitiert Internet Haber den Analysten.

Der Chef des türkischen Finanzdienstleisters Gedik Yatırım, Taner Özarslan, schließt sich der Ansicht von Ash an. Die Notenbank werde sich an den aktuellen weltweiten Faktoren orientieren. Es gebe eine Minderung des Kapitalzuflusses und die Türkei kämpfe mit einer steigenden Inflation. „Ich erwarte eine Zinserhöhung zwischen 1,0 und 1,5“, zitiert Internet Haber Özarslan.

Aktuell befinden sich neben der Türkei, auch Indien, Indonesien, Brasilien, Südafrika, Argentinien und Venezuela in Währungskrisen. Weitere Länder sind Chile, die Ukraine, Taiwan und Malaysia. Sollte einer dieser Märkte kollabieren, könnte das einen Domino-Effekt nach sich ziehen. Das hätte verheerende Folgen für die Weltwirtschaft. Die Schwellenländer gehören zu den wichtigsten Märkten der EU-Exportwirtschaft gehören.

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