Der EU-Beitritt der Türkei ist unmöglich

Der Direktor der Lew Gumilew-Stiftung gibt sich des Scheiterns der Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei sicher. Europa und Türkei seien einfach zu unterschiedlich. Aufgrund der Doppelmoral europäischer Medien werde die Korruption in der Türkei noch Jahre im Fokus der Berichterstattung stehen.

Das Ziel der Europäischen Union sei die Zusammenarbeit mit der Türkei in wirtschaftlichen und geostrategischen Fragen – aber nicht die Mitgliedschaft des Bosporus-Staats. Die Staaten der EU und die Türkei haben zu unterschiedliche Werte, so Pawel Zarifullin, Direktor des Lew Gumiljow Zentrums in Aserbaidschan.

Zarifullin sieht die türkische Korruptionsaffäre als willkommenen Anlass für europäische Medien zur „Dämonisierung der Türkei“. Diese Medien werden nach seiner Meinung immer wieder versuchen, die Korrumpierbarkeit der Türken zu beweisen und in den Vordergrund zu stellen.

„Die Türken sind für Europa schlicht unverdaulich, angeblich weil sie so sind, wie sie sind, weil bei ihnen Korruption gedeiht“, so Zarifullin in einem Interview mit dem Nachrichtenportal Vestnik Kavkasa.

„Hier sehen wir wieder mal die Doppelmoral der Europäischen Gemeinschaft gegenüber anderen Regionen und Kulturen. Aber wir sollten sie dafür nicht verurteilen, denn wir sind genauso,“ so Zarifullin. „Europa ist nun mal eine andere Zivilisation, mit eigenen kulturellen Normen. Russland ist auch anders und hat ebenfalls einzigartige kulturelle Normen – und die Türkei ist ganz anders als beide“, so Zarifullin.

Zarifullin sagt weiter:

„Wir alle – Experten, Journalisten und Politikwissenschaftler- sollten […] einfach zur Kenntnis nehmen, dass diese ganze negative Berichterstattung über die Türkei durch die europäische Presse (auch die deutsche Presse) einzig und allein dem Ziel dient, die Türkei niemals der EU beitreten zu lassen.“

Pawel Zarifullin gehört der Eurasischen Jugend Union an, die verflechtet ist mit der Eurasischen Partei in Russland. Die Eurasische Jugend Union ist ein erbitterter Gegner der Orangen-Revolution gewesen und wurde in der Ukraine verboten. Sie hat Vertreter in nahezu allen ehemaligen Ländern der Sowjetunion.

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