Erdoğan hatte gewarnt: Zinserhöhung kann Kapitalflucht nicht stoppen

Offenbar hat Premier Erdoğan mit seiner Warnung vor einer Leitzins-Erhöhung Recht behalten. Das sei keine nachhaltige Lösung und könne sich sogar noch negativer auswirken. Die Notenbank entschied sich gegen diesen Vorschlag. Doch die massive Zinserhöhung kann den Kapitalabfluss nicht stoppen.

Premierminister Erdoğan hat offenbar mit seiner Warnung vor einer Leitzinserhöhung Recht gehabt. Nach der Zinserhöhung gewann die Türkische Lira wieder an Wert. Der Lira-Kurs zum Dollar ging zunächst von 2,39 auf 2,1619 zurück. Anschließend verlor sie wieder an Wert und fiel im Laufe des stiegt auf einen Kurs von 2,32. „Die Verzweiflungsaktion der türkischen Zentralbank hat nur kurzzeitig für Erleichterung gesorgt“, zitiert n-tv einen Börsenhändler.

Auslöser der Zinserhöhung ist der unaufhaltsame Währungsverfall der Türkischen Lira gewesen. Am Montag lag die Türkische Lira zum US-Dollar noch bei einem Kurs von 2,33. Im Laufe des Tages fiel sie auf ein Rekordtief von 2,39. Der Kapitalabfluss aus der Türkei wird somit anhalten. Notenbank-Chef Erdem Başçı ist ein entschiedener Gegner von Kapitalverkehrs-Kontrollen.

Zuvor sagte Erdoğan, dass er nach wie vor gegen eine Zinserhöhung sei. Für ihn sei eine Zinserhöhung keine nachhaltige Lösung. „Wenn ich mich nun dazu äußere, wird man mir diesmal vorwerfen, dass ich die Notenbank beeinflussen möchte“, zitiert die Zeitung Radikal den Premier. Er teile lediglich seine Ansichten. Die Zentralbank könne sich frei entscheiden. Doch dann müsse sie auch die volle Verantwortung für mögliche negative Auswirkungen tragen. Offenbar glaubt er nicht daran, dass die Kapitalflucht mit einer Zinserhöhung gestoppt werden kann.

Seine Partei sei dabei, die Türkei in eine Exportwirtschaft umzugestalten. Aktuell sei das Land abhängig von strategisch wichtigen Gütern. „Unser größtes Problem ist die Abhängigkeit von Energie-Importen. Im vergangenen Jahr haben wir für Erdgas und Erdöl insgesamt 60 Milliarden US-Dollar ausgegeben“, so Erdoğan. Der Währungsverfall der Lira hatte die Energie-Importe in den vergangenen Wochen verteuert.

Warum Kapitalverkehrs-Kontrollen eine Alternative sind – hier.

Wie der Währungsverfall der Lira Energieimport-Preise ansteigen lässt – hier.

Was der türkische Finanzminister zum Lira-Absturz sagte – hier.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.