Cenk Uygur nimmt Fox News-Umfrage unter Beschuss: „So machen sie es immer!“

In seiner Sendung echauffiert sich der türkische Amerikaner Cenk Uygur über eine Umfrage. Diese beweist ein stillschweigendes Einverständnis der amerikanischen Bevölkerung mit der Einkommensungleichheit. Doch seine Analysen und Schlussfolgerungen sind diesmal ungenau.

In der amerikanischen Online-Show „The Young Turks“ problematisiert Anchorman Cenk Uygur gemeinsam mit seinem Mitstreiter John Iadarola eine neue Umfrage, die von dem konservativen amerikanischen Sender Fox News in Auftrag gegeben wurde.

In der von den Instituten Anderson Robbins und Shaw & Co. durchgeführten repräsentativen Umfrage zeichnet sich eine deutliche Mehrheit für die Inkaufnahme von Einkommensunterschieden ab: 62 Prozent der 1010 Befragten antworteten auf die Frage, was sie gegenüber Einkommensungleichheit empfinden, mit „Fein. So läufts nun mal.“, 21 Prozent mit „Sie nervt, aber das ist nicht das Problem der Regierung“ und lediglich 13 Prozent mit „Ich bin wütend. Die Regierung sollte sich einmischen.“

„Wissen die überhaupt, dass es Bücher darüber gibt, wie solche Umfragen gestaltet werden sollen?“, so Iadarola. Unklar bleibt dabei, ob Uygurs Kollege mit „die“ („they“) den Sender FOX als Auftraggeber meint oder die Meinungs-Forscher von Anderson Robbins oder Shaw. „Ich glaube nicht, dass diese Ergebnisse valide sind: ,Es nervt [„stinks“], ich bin wütend… Ich muss dem also ein spezielles Gefühl zuordnen…? Was zur Hölle…?“

Dass die Frage nach dem subjektiven Gefühl durchaus Gegenstand der Bücher ist, auf die Iadarola hinweist, und die Frage nach Empfinden bei Umfragen üblich sind, übersieht der Moderator von „The Young Turks“

„So machen sie es immer. Die größte Kategorie ist also: Die Dinge sind so, wie sie sind. Aber das meint ja nicht, dass sie darüber himmelhochjauchzend sind“, so Uygur über das, was er „größte Kategorie“ nennt, nämlich die breite Zustimmung. „Das besagt nur, dass sie mehr oder weniger vor der Tatsache resigniert haben, nach dem Motto: So isses nun mal!“ Somit interpretiert Uygur ein „Fine“ als Zeichen von Kapitulation. Das Wort meint ähnlich seiner deutschen Entsprechung „Fein“/„Gut“/„Einverstanden“.

Uygur erklärt außerdem nicht, warum die angeblich Resignierten nicht mit „Ich bin wütend, die Regierung sollte sich einschalten“ geantwortet haben. Unsicherheit in der Selbsteinordnung ergäbe nur Sinn, wenn Resignation und Wut sich gegenseitig widersprechende Gefühle wären. Uygur nimmt die von ihm selbst diagnostizierte Resignation zu Anlass, Fox klammheimlichen Jubel „nach dem Motto: Juchu, wir haben sie!“ zu unterstellen.

Die Ergebnisse der Meinungsumfrage stehen im krassen Gegensatz zu dem Schwerpunkt von Obamas Rede, in der er den Begriff „Income Equality“ 26 Mal erwähnte. Sie deckt sich aber mit den Ergebnissen einer Umfrage von Gallup, nach der das Thema „Schere zwischen Arm und Reich“ mit 2 Prozent zu den Sorgen mit extrem niedriger Relevanz gehöre.

Der Online-Moderator Uygur war ein bekannter Unterstützer von US-Präsident Barack Obama. Doch mittlerweile hat er sich von Obama abgewandt. Der US-Präsident habe seine Wahl-Versprechen nicht eingehalten.

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