Sprachlos am Skalpell: Zugewanderte Ärzte können kein Deutsch

In Thüringen fällt beim verpflichtenden Sprachtest für Ärzte jeder dritte Bewerber durch. Es droht der Verlust des Arzt-Patienten-Verhältnisses. Es gibt wenig Hoffnungen, dass die Situation in anderen Bundesländern anders ist.

50 von 136 Kandidaten fallen durch den Sprachtest für Mediziner in Ausbildung in Thüringen. Gründe des Scheiterns liegen in einem geringen Vokabular. Das Thüringer Landesverwaltungsamt führt Patienten-Kommunikationstest durch. Dabei soll geprüft werden, wie systematisch die angehenden Mediziner die Krankengeschichte ermitteln, zusammenfassen, wiedergeben und zielführende Therapien vorschlagen können.

In Thüringen arbeiten nach Information des Focus unter Verweis auf die Mittwochs-Ausgabe der Osterländer Volkszeitung 1100 ausländische Mediziner, hauptsächlich osteuropäischer Herkunft (mehr hier).

Das ARD-Magazin Fakt berichtet über den Alltag eines solchen Tests. In diesem Zusammenhang klagt die Patientin Sabine Mosch über ihre Probleme bei der Kommunikation mit einem nicht-deutsch-sprachigen Arzt.

Die Politik reagierte auf die sprachlichen Defizite, indem sie Patienten zum Erlernen der englischen Sprache aufforderte (mehr hier). Doch den ausländischen Ärzten darf hier kein Vorwurf gemacht werden.

Auch das Mediziner-Defizit in Deutschland ist in den vergangenen Jahren zum Dauerthema geworden. Bereits 2012 schrieb die Journalistin des Hamburger Abendblatts in einem Artikel, dass 17.000 deutsche Mediziner ins Ausland ausgewandert seien.

Deutschsprachige Mediziner verlassen das Land. Ausländische Mediziner mit Sprachdefiziten kommen nach Deutschland.

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