USA: Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafe für Boston-Bomber

Der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Staaten beantragt die Todesstrafe für Dschochar Tsarnaev. Es gilt als gesichert, dass Zarnajew für die Bombenanschläge in Boston verantwortlich ist. Die Staatsanwaltschaft geht von einer vorsätzlichen Beteiligung Zarnajews aus.

Generalstaatsanwalt Eric Holder (Jr.) hat den Antrag der Staatsanwälte einzelner Bundesstaaten bewilligt, bei Verhandlungen die Todesstrafe für Dschochar Tsarnaev zu fordern.

Tsarnaev ist mutmaßlich für die Bombenanschläge beim Marathonlauf in Boston im April vergangenen Jahres verantwortlich. Sein Bruder und mutmaßlicher Mittäter Tamerlan Tsarnaev starb in einem Feuergefecht mit der Polizei. Dschochar hat die Schuld der Gebrüder bereits eingestanden.

„Nachdem wir alle relevanten Fakten überprüft haben (…), habe ich beschlossen, dass die Vereinigten Staaten die Todesstrafe in dieser Frage anstreben werden. Die Art der Ausführung der Tat und der resultierende Schaden zwingen uns zu dieser Entscheidung“, zitiert die Washington Post Holder in seiner Stellungnahme.

„Ja, wir unterstützen diese Entscheidung und unsere Kammer ist auf die Durchführung der Anklage vorbereitet“, so Bostons Staatsanwältin Carmen Ortiz in einer Stellungnahme. Auch der Gerichtshof des Distriktes von Columbia hat die Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft angeordnet.

Ausschlaggebend für die Entscheidung, die Forderung der Todesstrafe zu bewilligen, war die offenkundige Absicht der Tötungen und Verletzungen, dass Dschochar bewusst und freiwillig an zum Tod führenden Taten teilnahmen, und dass er wusste, dass sie tödlich enden könnten. Außerdem rechtfertigen nach Ansicht der Staatsanwälte die weitere Tötung im Anschluss der Tat, dass das Verbrechen selbst ein schweres Todesrisiko dargestellt habe, dass es geplant worden sei, dass es mehrere Opfer gab und dass eine „ruchlose, grausame und entartete Art der Ausführung des Angriffes“ bestanden habe.

Der Bombenanschlag von Boston riss drei Menschen in den Tod: Krystle Campbell (29), Lingzi Lu (23) und Martin Richard (8). 260 wurden durch die beiden versteckten Sprengsätze verletzt. Dschochar wird außerdem der tödliche Schuss auf den Polizisten Sean Collier auf der Flucht der beiden Brüder zur Last gelegt.

Mutter Subeidat Tsarnaev hatte wenige Wochen nach der Tat behauptet, ihre Söhne hätten Kontakt zu US-Institutionen gehabt. Dies bestreitet das FBI, der Auslandsgeheimdienst der USA, auf seiner Internetpräsenz.

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