Neue Türkei-Werbefilm: Wirbel um Wahl von Hollywood-Star Julianne Moore

Der neue Türkei-Werbefilm des Ministeriums für Kultur und Tourismus kommt nicht bei allen gut an. Die Behörde hat sich in seinem aktuellen Streifen für Hollywood-Star Julianne Moore entschieden. Laufen soll der Clip bereits ab diesen Februar. In den Augen der Opposition ist die Wahl einer Frau als Botschafterin für das Land geradezu ein Unding.

Sie glänzte an der Seite von Hugh Grant und sorgte im „Jurassic Park“ für Aufregung: Dennoch soll US-Schauspielerin Julianne Moore absolut ungeeignet sein, um die Türkei im neuen Werbefilm des Kultur- und Tourismusministeriums zu repräsentieren. Moore sei schließlich eine Frau und mit dem Körper einer Frau werbe es sich schlecht für die Türkei, so die Ansicht eines MHP-Abgeordneten.

„Für wie sinnvoll erachten Sie es, die Türkei mit solchen Namen und solchen Körpern zu bewerben?“, zitiert die türkische Zeitung Milliyet den MHP-Abgeordneten Ruhssar Demirel. Dieser hatte sich während der Sitzung einer parlamentarischen Kommission am 30. Januar kritisch in Richtung der Ministerin für Familie und Soziales, Ayşenur İslam. „Wie empfinden sie es als Frau, dass man einem Hollywood-Star jede Menge Geld dafür bezahlt, die Türkei zu promoten. Ganz so, als befänden wir uns noch im 19. Jahrhundert?“, fragt Demirel weiter.

Der neue Werbefilm des Ministeriums wurde in Los Angeles gedreht. Erst vor kurzem bestätigte die Behörde, dass ein sehr bekannter Star Teil die historischen, kulturellen und natürlichen Reichtümer der Türkei bewerben werden würde. Neben Julianne Moore wurden vier bekannte Fotografen gebeten, die schönsten touristischen Sehenswürdigkeiten des Landes abzulichten. Darunter auch Steve McCurry, der mit dem Foto „Afghanisches Mädchen“ berühmt wurde. Zur Premiere wird auch die 53-Jährige in die Türkei kommen.

Bereits Ende August 2013 wurde bekannt, dass das türkische Ministerium für Kultur und Tourismus 50 Millionen US-Dollar für eine neue Werbekampagne investiert. Der Etat wurde Ende September ausgeschrieben und soll in TV-Werbung sowie „Kreativkonzepte für verschiedene Kommunikationskanäle“ in den ausländischen Märkten fließen, hieß es damals. Damit wolle das Land seine Position im internationalen Tourismusgeschäft weiter verbessern. Nach wie vor sind die Gäste aus Deutschland Spitzenreiter.

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