Kurz vor Olympia: Geiselnahme in Moskau fordert zwei Tote

Wenige Tage vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi ist es in Moskau zu einer blutigen Geiselnahme gekommen. Dort stürmte ein bewaffneter Jugendlicher in seine Schule. Ein Polizist und ein Lehrer überlebten den Vorfall nicht.

Vier Tage vor dem Start der Olympischen Winterspiele ist die russische Öffentlichkeit erneut in Angst und Schrecken. Am Montagmittag stürmte ein Jugendlicher im Norden Moskaus seine Schule und tötete zwei Menschen. Was den Jungen antrieb, ist bisher nicht bekannt. Er wurde inzwischen festgenommen.

Der Zehntklässler war mit einem Kleinkalibergewehr und einem Jagdkarabiner seines Vaters in die Schule No. 263 eingedrungen und soll elf Mal geschossen haben. Dabei tötete er einen Lehrer sowie einen Polizisten. Zwischenzeitlich soll er mehr als 20 Schüler im Alter von 15 Jahren in seiner Gewalt gehabt und mit einer Waffe bedroht haben.

Wie CNN berichtet, hat ein Wachmann den Alarm ausgelöst, als er den bewaffneten Jungen kommen sah. Auf dem Weg in Richtung seines Klassenzimmers habe er einen Lehrer derart schwer verletzt, dass dieser verstarb. Als die Polizei schließlich das Gebäude erreichte, eröffnete er erneut das Feuer. Dabei traf er zwei Beamte. Einen davon so schwer, dass dieser ebenfalls getötet wurde.

Vater überredet Sohn zur Aufgabe

Derzeit kursieren Gerüchte, wonach es sich um einen Racheakt gehandelt haben soll. Der Teenager soll angeblich ein Problem mit einem Erdkundelehrer gehabt haben. Dieser befand sich jedoch entgegen ersten Berichterstattungen nicht unter den Opfern.

Alle Geiseln konnten befreit, der Täter festgenommen werden. Zur Aufgabe beigetragen hatte auch sein Vater, der zunächst 15 Minuten lang am Telefon und schließlich im Klassenzimmer auf seinen Sohn eingeredet haben soll.

Sein Motiv ist bisher unklar. Sollte der bisher als vorbildlich geltende Schüler wegen Mordes und Geiselnahme angeklagt werden, drohen ihm nach Jugendstrafrecht bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Der dramatische Vorfall kommt für Russland zu einem äußerst sensiblen Zeitpunkt. In wenigen Tagen beginnen in Sotschi die Olympischen Winterspiele. Bereits seit den Doppelanschlägen von Wolgograd im Dezember ist man dort in höchster Alarmbereitschaft (mehr hier). Sotschi, wo am Freitag die Spiele eröffnet werden, gleicht seit Anfang Januar einem Hochsicherheitstrakt.

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