Bulgarien-Visite abgesagt: Türkischer Außenminister sorgt für Irritation

Der für diesen Donnerstag und Freitag geplante Bulgarienbesuch des türkischen Außenministers Ahmet Davutoğlu kommt nicht zustande. Im Rahmen seiner Visite wollte sich Davutoğlu in Sofia wohl mit Präsident Rossen Plewneliew treffen. Diesem Wunsch wurde allerdings nicht entsprochen.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu hat seine Visite in Bulgarien für den 6. und 7. Februar kurzfristig abgesagt. Hintergrund seiner Reaktion soll der Umstand sein, dass dem türkischen Top-Politiker kein Treffen mit dem bulgarischen Präsidenten gewährt worden sei. Offiziell werden kurzfristige Planänderungen verantwortlich gemacht.

Ahmet Davutoğlus Reaktion könnte nun für diplomatische Irritiationen sorgen, befürchtet das Nachrichtenportal focus-fen.net. Bisher verfolgte die Türkei eher eine „Null-Problem-Politik“ mit ihren Nachbarn. Die Absage nur ein paar Tage vor Reiseantritt könnte die bulgarisch-türkischen Beziehungen nun belasten. Von bulgarischer Seite könnte sie nicht nur mit großer Enttäuschung, sondern auch als arroganter Zug aufgenommen werden. Immerhin seien bei Besuchen von Außenministern eigentlich auch nur Treffen mit den jeweiligen Amtskollegen vorgesehen.

Offenbar habe Davutoğlu darum gebeten, Präsident Plewneliew gemeinsam mit seinem bulgarischen Amtskollegen Kristian Vigenin besuchen zu dürfen. Als er erfahren habe, dass ein solches Treffen nicht möglich wäre, habe er den Besuch abgesagt, heißt es aus diplomatischen Kreisen.

Sprecher beharrt auf kurzfristige Planänderung

Die offizielle Lesart ist jedoch eine andere: „Außenminister Davutoğlus Besuch wurde wechselseitig verschoben. Ein neuer Termin wird bestimmt“, zitiert die türkische Zeitung Zaman den Sprecher des türkischen Außenministerium Tanju Bilgiç. Der verweist auf die heutzutage übliche schnelle Kommunikation mit der auch schon mal kurzfristige Planänderungen einhergehen könnten.

Der Zeitung zufolge hätte der Besuch auf Einladung Vigenins stattfinden sollen. Mit Davutoğlu war er zuletzt im Dezember 2013 anlässlich einer Zusammenkunft der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (SMWK) in Eriwan zusammengekommen. Damals gratulierte der türkische Außenminister Bulgarien zum SMWK-Vorsitz und kündigte eine engere Zusammenarbeit an, die auch von Seiten Vigenins als besonders bedeutsam unterstrichen wurde. Während ihres Treffens Ende 2013 sollen die beiden vor allem über die bilateralen Beziehungen gesprochen haben. Vor allem sei es um die Ausweitung der gegenseitigen Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaft, Sicherheit und Politik sowie eine regionale Zusammenarbeit gegangen sein.

Erst in der vergangenen Woche kam es jedoch zu einer ersten Krise, als Bulgarien die Grenze zur Türkei blockierte und darauf hin Hunderte LKWs festsaßen (mehr hier).

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