Proteste zu Olympia: Tausende weltweit gehen für russische Schwulen-Rechte auf die Straße

Zwei Tage vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi sind weltweite Proteste gegen die menschenverachtende Anti-Schwulen-Politik der russischen Regierung angesetzt. Mit der Demonstrationswelle in mindestens 19 Städten sollen die Olympia-Sponsoren überzeugt werden, Stellung zu beziehen. Ein erstes Signal aus den USA gibt es bereits.

Die Menschenrechtsorganisation „All out“ macht Front gegen das Verbot von „Homo-Propaganda“ in Russland. Für diesen Mittwoch, den 5. Februar, hat sie Proteste in 19 Städten weltweit angekündigt. In Deutschland findet keine Kundgebung statt.

An diesem Mittwoch wird die Olympische Fackel im russischen Sotschi erwartet. Seit sie Moskau verlassen hat, reiste das Symbol für Frieden und Verbundenheit durch 135 Städte in der 122 Tagen. Drei Tage lang wird sie nun in und um Sotschi unterwegs sein, bevor sie am Freitag schließlich ins Olympiastadion gebracht wird. Alle Augen richten sich derzeit auf Russland, wo Präsident Wladimir Putin alles dafür tut, um sein Prestigeprojekt möglichst positiv erstrahlen zu lassen.

Menschenrechtsorganisationen wie zum Beispiel „All out“ sehen das jedoch anders. Diese nutzt an diesem Mittwoch die Gelegenheit und fordert zu weltweiten Demonstrationen gegen die russischen Homosexuellen-Politik auf. In Städten wie Melbourne, London, New York, Paris oder auch Sankt Petersburg sind die Menschen angehalten, ihrem Unmut über die immer prekäre werdende Situation von LGBT-Menschen in Russland Luft zu machen (mehr hier).

Olympia-Sponsoren sollen Farbe bekennen

Die Organisation erwartet Tausende Teilnehmer. Das Ziel: Gemeinschaftlich sollen große Olympia-Sponsoren wie McDonalds, Coca-Cola, Samsung und Visa dazu gebracht werden, ihre ökonomische Macht zu nutzen und sich gegen Russlands umstrittene Anti-Schwulen-Gesetzugebung auszusprechen (mehr hier).

Es ist nicht die erste Aktion von „All out“ in dieser Art. Bereits am 13. September 2013 wurden die Menschen zu weltweiten Demonstrationen aufgefordert. Damals erreichte man eigenen Angaben zufolge 34 Städte in 21 Ländern. Insgesamt sollen sich mittlerweile fast zwei Millionen Menschen der Bewegung angeschlossen haben.

Diesmal sollen in den kommenden Tagen noch weitere Städte folgen. Entsprechende Facebook-Events existieren bereits für Kundgebungen in Brüssel, Lissabon oder Toulouse. Marie Campbell, Direktorin der Kampagnengruppe bei „All out“, sagte der BBC, dass die neuen russischen Gesetze ganz klar gegen den Geist der Olympischen Spiele verstießen: „Alle unsere Mitglieder, aber auch alle anderen Menschen auf der ganzen Welt, wollen die olympischen Werte der persönlichen Kraft und Ausdauer und Integrität feiern.“ Dass aber ausgerechnet dort, die Rechte von Homosexuellen mit Füßen getreten werden, könne man nicht ignorieren.

Erste Reaktionen aus der Wirtschaft gab es bereits. Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT & T verurteilte in einem Blogeintrag die Haltung Russlands und stellte sich gegen die aktuelle Gesetzgebung. Der Telekommunikationsriese ist zwar kein IOC-Sponsor, aber immerhin Sponsor des US-amerikanischen Olympischen Kommittees.

„All out“ sorgt sich jedoch nicht nur um Russland. In ganzen 77 Ländern drohen LGBT-Menschen derzeit Strafen. In zehn Staaten sind sogar Gefängnis oder Todesstrafe vorgesehen. Alle 16 Stunden wird ein Transsexueller getötet. Auf der anderen Seite erkennen nur 16 Länder weltweit die gleichgeschlechtliche Ehe an.

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