Olympia-Protest mit Humor: Kanada nimmt russisches Anti-Schwulen-Gesetz aufs Korn

Zum Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi wird nicht nur auf den Straßen gegen die Anti-Schwulen-Gesetzgebung der russischen Regierung protestiert. Das Canadian Institute of Diversity and Inclusion (CIDI) geht andere Wege. Mit einem kurzen YouTube-Clip wird hier gezeigt, dass die Spiele eigentlich schon immer einen gewissen „Touch“ hatten.

Das Canadian Institute of Diversity and Inclusion (CIDI) begegnet der schwulenfeindlichen Atmosphäre in Russland mit einer gehörigen Portion Humor. Seit Dienstag macht ein nur 30 Sekunden dauernder YouTube-Clip die Runde. Gesehen haben ihn bereits mehr als 1,25 Millionen User.

Zu sehen ist eine Szenerie, wie sie in den kommenden Tagen noch öfter zu erleben sein wird. Zwei Bob-Fahrer sind bereit zum Start. Eng schmiegen sich ihre Körper aneinander. Die Bewegungen gehen vor und zurück. Untermalt wird das Ganze mit dem Synthiepop-Klassiker „Don’t You Want Me Baby“ von Human League aus dem Jahr 1981.

YouTube-Clip und Facebook-Kampagne

Die augenzwinkernde Botschaft von CIDI: „Die Spiele waren schon immer ein bisschen schwul. Lasst uns darum kämpfen, damit sie auch so bleiben.“ Verbunden wird die humoristische Protestaktion mit einer Facebook-Kampagne. Unterstützer der Idee werden außerdem dazu aufgefordert, ihr Profilbild entsprechend anzupassen. Verwenden sollen sie hierzu das rote Gleichheitssymbol, mit dem schon im vergangenen Jahr zahlreiche US-amerikanische Prominente für die Homo-Ehe warben. Alles in Allem: Eine klare Kampfansage an die heftig kritisierte Anti-Schwulen-Gesetzgebung der russischen Regierung.

Auf YouTube gibt es bereits einiges an Lob. „Beinahe noch besser als das heutige Google Doodle (Daumen hoch, Google!)“, meint einer der Kommentatoren. Auch auf Facebook wird das Plädoyer des kanadischen Vereins für Gleichberechtigung mit Begeisterung aufgenommen. Die User teilen fleißig.

Schriftsteller schreiben offenen Brief an Putin

Auch prominente Schriftsteller rechnen derzeit mit Präsident Wladimir Putin ab. Mehr als 200 Autoren aus über 30 Ländern haben bislang einen offenen Brief unterzeichnet. Sie appellieren an das russische Staatsoberhaupt, die Meinungsfreiheit zu wahren. Zu den prominenten Unterzeichern zählen unter anderem die Literaturnobelpreisträger Günter Grass, Elfriede Jelinek, Salman Rushdie und Orhan Pamuk. Sie fordern die russische Regierung auf, die Gesetze, die eine „freie Meinungsäußerung außer Kraft setzen“, wieder aufzuheben und mahnen:

„Wir können nicht stumm dastehen und zusehen, wie unsere Kollegen, Autoren und Journalisten dazu gezwungen werden zu schweigen oder dafür verfolgt werden, dass sie einfach nur ihre Gedanken ausdrücken. (…) Eine gesunde Demokratie muss die unabhängigen Stimmen aller ihrer Bürger hören.“

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