„The Grand Budapest Hotel“: 64. Berlinale eröffnet mit hintersinniger Tragikomödie

Die 64. Berlinale wurde am Donnerstag mit einem sehr unterhaltsamen Film eingeläutet. „The Grand Budapest Hotel“ von Regisseur Wes Anderson ist eine interessante Geschichte, die abenteuerlich erzählt wird. Ein Hotelfoyer wird zum Theaterschauplatz der Welt.

Mit „The Grand Budapest Hotel“ werden die 64. Internationalen Filmfestspiele in Berlin amüsant und tiefgründig zugleich eingeläutet. Regisseur Wes Anderson ist Spezialist für hintersinnige Tragikomödien mit exzentrischem Personal. Er war bereits mit „Die Royal Tenenbaums“ (2002) und „Die Tiefseetaucher“ (2005) im Wettbewerb der Berlinale vertreten.

In „The Grand Budapest Hotel“ trifft Märchen auf Tragikomödie. Das Hotelfoyer ist Theaterschauplatz der Welt. Concierge Monsieur Gustave (Ralph Fiennes) kennt die Vorlieben und geheimen Wünsche seiner weit gereisten exzentrischen Gäste. Er gilt als der heimliche Drahtzieher der vielen prominenten Auf- und Abtritte. Seine Umsicht weiß ihm die schrullige Madame D. zu danken. Sie vermacht ihm ein wertvolles Renaissancegemälde.

Szenerie im türkischen Bad

Doch die Crux folgt auf dem Fuße. Ihr missgünstiger Sohn Dimitri (Adrien Brody) beschuldigt Gustave des Mordes an seiner Mutter und der Erbschleicherei. Gustave landet im Gefängnis. Dank seiner Menschenkenntnis, des glatzköpfigen Mitinsassen Ludwig und grellfarbiger Patisserie vermag er sich zu befreien. Im Zuge weiterer turbulenter Ereignisse wird der Page Zero Moustafa (Tony Revolory) sein Vertrauter. Gemeinsam gehen sie auf die Suche nach dem verschwundenen Gemälde, geraten in einen gefährlichen Streit um ein Familienvermögen und in die Wirren einer sich plötzlich dramatisch verändernden Gesellschaft der Zwischenkriegszeit. Ein besonders schöner Zug: Die Geschichte vom älteren Zero Moustafa (F. Murray Abraham) wird Jude Law im türkischen Bad des Hotels erzählt.

Eine turbulente, abenteuerreiche und fantastisch erzählte Märchen-Tragikomödie, die den Zuschauer von Anfang bis zum Schluss amüsant unterhält.

Der Film wurde zum größten Teil in Deutschland gedreht. Die Kritiker und Journalisten waren sich einig und begeistert. Auf der Berlinale-Pressekonferenz ging es entsprechend ebenfalls heiter bis lustig zu. Viele Stars waren angereist. Regisseur Wes Anderson brachte Bill Murray, Edward Norton, Tilda Swinton, Jeff Goldblum, Willem Dafoe und Ralph Fiennes mit. Außerdem waren die jungen Schauspieler Tony Revolori und Saoirse Ronan, eine irische Schauspielerin sowie Co-Produzent Jeremy Dawson mit dabei.

Auf die Frage eines Journalisten, wie Wes es zustande brachte, dass so viele Stars und wiele bekannte Schauspieler auch in kleinere Rollen zu bekommen, antwortete Bill Murray verschmitzt: „Uns wurden lange Arbeitsstunden und wenig Lohn versprochen. Das war’s eigentlich. Wes lädt uns in eine magische Welt und das ist ein Traum, der wahr wird und deswegen spielen wir mit.“

Ebenfalls von Interesse war für die anwesenden Journalisten die Frage nach dem Zusammenhang zwischen dem Filmtitel und der Stadt Budapest.  „Wir sind nach Ungarn gereist. Für uns war aber klar, wir brauchten einen kleinen Drehort und keine große Stadt wie Budapest. Jedoch war das immer der Name ‚Hotel Budapest‘. (…) Ich denke, unser Film spielt schlicht in einer osteuropäischen Stadt.“

Kamuran Egri

Mehr zum Thema:

Berlinale 2014: Gleich vier türkische Filme sind dabei
Philip Seymor Hoffman: Berlinale ehrt verstorbenen Schauspieler
17. Filmfestival Türkei/Deutschland: 49 Premieren in zehn Tagen

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.