Inder statt Kinder? Bundespräsident Gauck will Massen-Einwanderung

Deutschlands Bevölkerung schrumpft. Das Land braucht mehr Einwanderer aus aller Welt. Das ist jedenfalls die Ansicht von Bundespräsident Gauck. Deshalb befindet er sich aktuell in Indien, um die Menschen zur Auswanderung nach Deutschland zu ermutigen.

Der umstrittene CDU-Mann Jürgen Rüttgers wird den Aussagen von Bundespräsident Gauck nicht zustimmen. Gauck hat auf seiner aktuellen Indien-Reise gesagt, dass sich Deutschland „mehr Menschen aus allen Teilen der Welt“ wünsche.

Dahinter steckt offenbar der Gedanke der Vielfältigkeit von Einwanderung. Dieser Ansatz bricht mit den traditionellen Migrations-Strömen nach Deutschland. Denn Einwanderer sollen somit nicht nur ausschließlich aus einer einzigen Region kommen. Es sollen möglichst viele Menschen  aus allen möglichen Ländern nach Deutschland einwandern. Dieser Ansatz hat sich bisher in den USA bewährt.

Die neuen Einwanderer sollen die immer kleiner werdenden deutschen Familien ersetzen. „Darauf freuen wir uns schon“, zitiert krone.at Gauck. In Indien erlernen aktuell 50.000 Schüler in 400 Schulen die deutsche Sprache. Deutsch soll in vielen Schulen als erste Fremdsprache eingeführt werden.

Gaucks Vorstoß in Indien hat den Hintergrund, dass auch Osteuropa geringe Fruchtbarkeits-Raten aufweist. 2012 lag die Fruchtbarkeits-Rate in Deutschland bei 1,36 Kindern pro Frau. In Polen lag sie bei 1,30, in Rumänien bei 1,25 und in Bulgarien bei 1,51, berichtet die Wirtschafts-Kammer Österreich in einem Bericht.

In Indien lag sie bei 2,7 Kindern pro Frau, berichtet Trading Economics. Doch Bundespräsident Gauck und die Bundesregierung könnten auch aus anderen Regionen Migranten nach Deutschland holen. So hatte Niger 2013 eine Fruchtbarkeits-Rate von 7,03 Kindern pro Frau. In Mali lag die Rate bei 6,25, in Somalia bei 6,17, in Afghanistan und im Südsudan bei 5,54 und in Uganda bei 6,06, berichtet de.statista.com.

Doch angesichts der Konflikte in diesen Ländern, werden diese Menschen ohnehin irgendwann vor den Toren Europas stehen. Sie werden als Flüchtlinge kommen.

Dann wird es schwer sein, sie auf Dauer zurückzuweisen. Zumindest moralisch macht das keinen Sinn. Denn es sind unter anderem EU-Staaten, die in diesen Ländern militärisch und wirtschaftlich intervenieren, um ihre Interessen knallhart durchzusetzen.

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