Türkei: Bürgermeister von Ankara überrascht mit Werbespot à la Hollywood

Melih Gökçek heißt der aktuelle Oberbürgermeister von Ankara. Er gilt in der Türkei als Technologie-Besessener. Sein Wunsch ist es, die Hauptstadt weiter zu regieren. Dazu hat er einen innovativen Werbespot im Hollywood-Stil entwickeln lassen.

Melih Gökçek ist der aktuelle Oberbürgermeister der türkischen Hauptstadt Ankara. Bei den anstehenden Kommunalwahlen in der Türkei will er erneut für den Bürgermeister-Posten kandidieren.

Diesmal tritt der aktive Nutzer der Sozialen Medien mit einem Werbespot im Hollywood-Stil auf. In dem Werbespot erzählt er seine politische und private Laufbahn. Der Spot vermittelt ein Gefühl von Aufstieg, Hoffnung und Erfolg. Die Geschichte eines Mannes, der es von ganz unten nach ganz oben geschafft hat. So lautet jedenfalls die Botschaft. Er habe die Umweltverschmutzung, die überfüllten Straßen und die mangelnde Wasserversorgung in den Griff bekommen. Auch Premier Erdoğan wird im Werbespot benannt.

Gökçek sagt:

„Dann ist er auf die Bühne getreten. Recep Tayyip Erdoğan. Der Erfahrene der Kommunalpolitik. Ein Premier mit einer großen Vision. Und so begann das goldene Zeitalter Ankaras.“

Der Werbespot von Gökçek dürfte die Wähler in Ankara beeindrucken. Die AKP-Kandidaten verstehen es, die Sozialen Medien und PR-Techniken gut umzusetzen (mehr hier).

Eine unfähige und elitäre Opposition

Die Opposition könnte kontern. Doch die CHP-Opposition ist pausenlos damit beschäftigt, der Regierungs-Partei und insbesondere Erdoğan Vorwürfe zu machen. Dabei werden oftmals Grenzen überschritten. Sogar die Familie Erdoğans steht im Fokus von Diffamierungen.

Dabei braucht die Türkei eine starke Opposition, die sich mit einem Konzept den Menschen anbietet. Alternativen in den Bereichen der Wirtschafts- und Außenpolitik zu erarbeiten, ist die Aufgabe der CHP. Denn sie umschreibt sich selbst als sozialdemokratische Partei.

Doch in keiner der Kritiken gegen die Regierung wird die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich angeprangert. Denn der Wirtschaftsliberalismus der AKP hat auch seine negativen Auswirkungen auf das soziale Gefüge der Menschen in der Türkei gehabt. Zudem ist es erstaunlich, dass es vor allem die Bildungseliten sind, die die CHP wählen. Aus der sozialen Unterschicht erhalten die Sozialdemokraten nahezu keinen Zuspruch.

Einige der CHP-Abgeordneten gehen sogar so weit, Erdoğan als Vaterlands-Verräter zu bezeichnen, weil er die PKK in den Friedensprozess eingebunden hat.

Auch Korruptions-Vorwürfe gegen CHP-Politiker

Exemplarisch für die fehlende Repräsentations-Funktion der CHP ist der CHP-Politiker Mustafa Sarıgül. Sarıgül bemüht sich darum, sich als ein Mann des Volks zu geben. Doch er erscheint nicht glaubwürdig. Seit 1999 ist er Bürgermeister von Şişli bei Istanbul. Şişli ist ein glamouröses Viertel Istanbuls, in dem fast ausschließlich wohlhabende Türken leben. Sarıgül ist bei den anstehenden Kommunalwahlen Oberbürgermeisterkandidat für Gesamt-Istanbul.

2005 wurde er wegen der Verstrickung in mehrere Korruptions-Affären der Istanbuler Bauwirtschaft aus der CHP ausgeschlossen. Der aktuelle CHP-Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu hob den Partei-Ausschluss auf und holte Sarıgül zurück in die CHP. Dabei hatte Kılıçdaroğlu zuvor zugegeben, dass er über die illegalen Umtriebe Sarıgüls in Istanbul Bescheid weiß.

Die CHP und die AKP müssen sich beide für eine strikte Regulierung der Bauwirtschaft in der Türkei einsetzen. Denn offenbar sind einige Einzelpersonen aller Parteien verstrickt in die Machenschaften von korrupten Bauherren. Alle Parteien sind gefordert. Zumindest geben alle Parteien an, zum Wohle des Volkes zu handeln. Das können sie nun unter Beweis stellen.

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