Versuchte Flugzeugentführung gen Sotschi: Türkisches Gericht erhebt Anklage gegen Ukrainer

Ein Gericht in Istanbul hat am Sonntag Anklage gegen den Ukrainer erhoben, der am Freitag versucht hat, eine türkische Passagiermaschine gen Sotschi zu entführen. Derzeit sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Auch sein Heimatland hat die Ermittlungen aufgenommen.

Seine versuchte Flugzeugentführung am vergangenen Freitag könnte für einen 45-jährigen Ukrainer ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Ein Gericht in Istanbul hat Anklage gegen Artem K. erhoben.

Kommt es zu einer Verurteilung wegen Flugzeugentführung, drohen ihm nach türkischem Recht bis zu 20 Jahre Haft. Mit seiner Aktion habe er offenbar gegen den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin protestieren wollen. Beiden soll er vorgeworfen haben, ihre „Hände in Blut getränkt“ zu haben, so das Nachrichtenportal Yahoo Sports. Was das türkische Gericht im im Detail vorwerfe, sei bisher allerdings nicht bekannt.

Während in Russland die Eröffnung der Olympischen Winterspiele gefeiert wurde, drohte der Ukrainer mit einer Bombe. Er wollte die Piloten der  Boeing 737 dazu zwingen, sie gen Sotschi zu steuern. Dort hatten sich Putin und Janukowitsch am Rande der Spiele zu Gesprächen getroffen.

Piloten und Crew reagierten geistesgegenwärtig. Sie gaben vor, die Maschine nach Sotschi zu steuern und konnten ihn schließlich mit einem Seil fixieren. In Begleitung eines türkischen F16-Kampfjets gelang es, das Flugzeug der türkischen Pegasus Airline mit 110 Passagieren an Bord sicher auf dem Istanbuler Sabiha Gökçen Airport zu landen (mehr hier).

Während der ganzen Aktion soll der Ukrainer unter erheblichem Alkoholeinfluss gestanden und versucht haben, sich Zugang zum Cockpit zu verschaffen. Bei der  späteren Durchsuchung des Mannes konnten die Sicherheitsbeamten allerdings keine Waffen oder Sprengstoff bei ihm sicherstellen.

Auch die Ukraine sollen mittlerweile eigene Terror-Untersuchungen gegen den Mann eingeleitet haben. Maxim Lenko, Leiter der Untersuchungsabteilung des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) zufolge, habe der Täter auch die Freilassung ukrainischer „Geiseln“ verlangt. Ein Verweis auf Dutzende von Demonstranten, die von der Polizei während der Massenproteste festgenommen wurden (mehr hier).

Der türkische Verkehrsminister Lutfi Elvan schloss bereits am Samstag die Möglichkeit aus, dass Artem K. Teil eines größeren Terrornetzwerks sein könnte. „Das war die Tat eines Einzelnen.“

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