Berlinale-Halbzeit: Der fünfte Tag entführt mit „Kraftidioten“ gen Norwegen

Am fünften Tag der Berlinale gab es mit Hans Petter Molands „Kraftidioten“ einen großartigen Film aus Norwegen. Das Ensemble rund um Protagnoist Stellan Skarsgård entführt das Publikum mitten hinein ins Gangstermilieu. Es ist eine blutig-schwarze Komödie voller großer Bilder.

Über 300.000 verkaufte Eintrittskarten, nahezu 20.000 Fachbesucher aus 124 Ländern, darunter etwa 3.700 Journalisten: Die 64. Berlinale in der Bundeshauptstadt sind eine untrennbare Mixtur aus Kunst, Glamour, Party und Geschäft. Mittlerweile ist bereits Halbzeit und diese entführt das Publikum ins kalte Norwegen.

Hans Petter Molands „Kraftidioten“ rückte an Tag fünf in den Fokus des Interesses. Alles dreht sich hier  um den ehrlichen und arbeitsamen Nils (Stellan Skarsgård), der mit mächtigen Schneepflügen die Wege und Bergpässe seiner Gemeinde in der unwirtlichen norwegischen Winterlandschaft frei hält.

Er kann nicht klagen, denn gerade ist er für seinen Einsatz zum Bürger des Jahres gekürt worden. Doch plötzlich erreicht ihn eine lebensverändernde Nachricht: Sein Sohn soll an einer Überdosis Heroin gestorben sein. An die offizielle Todesursache glaubt Nils allerdings nicht. Er übernimmt die Sache auf eigene Faust und startet die Suche nach den vermeintlichen Mördern seines Kindes. Durch überraschende Wendungen wird er mit der Zeit zu einem knallharten, gefürchteten Helden der Unterwelt, dessen Identität niemand kennt. Als sich dann aber die serbische Mafia einmischt, wird es brenzlig…

Regisseur Hans Petter Moland vereint in seinem Film erneut, Drehbuchautor Kim Fupz Aakeson und Schauspieler Stellan Skarsgård. Mit dabei ist auch Bruno Ganz als serbischer Mafiaboss. Entstanden ist eine herrliche blutig-schwarze Komödie voller großer Bilder mit endlos wirkender Landschaft. Nils‘ Aktivitäten im Gangstermilieu wird mit jeder Menge schwarzem Humor geschildert. Der Film macht einfach Spaß. Es ist herrlich anzusehen, wie der Held mit der  Unterwelt fertig wird.

Auf der dazugehörigen Berlinale-Pressekonferenz konnten sich die Anwesenden über Regisseur Hans Petter Moland, den schwedische Hauptdarsteller Stellan Skarsgård, die Nebendarsteller Pal Sverre Hagen, Bruno Ganz, Jakob Oftero und Anders Baasmo Christiansen freuen. Außerdem kam Drehbuchautor Kim Fupz Aakeson und brachte die Produzenten Finn Gjerdrum und Stein B. Kvae mit.

Für Skarsgård war der Dreh durchaus eine Herausforderung. „Es war bitter kalt. Die ganze Zeit habe ich gefroren, denn es war immer sehr kalt und sehr schwierig“, gesteht er den Journalisten. Eigentlich sei er mit der schönen Landschaft angelockt worden. Die Ernüchterung folgte aber auf dem Fuße. „Von wegen nur Schnee, finsteres Tal, sonst war da nichts und es war stock dunkel.“

Auch Bruno Ganz hatte mit widrigen Umständen zu tun. Da er kein Serbisch beherrscht, musste eine Dame vom Set ihm etwas beibringen und ihm weiterhelfen. Auf eine kritische Frage, warum er bei einem solchen Film mitmache, antwortet Bruno: „Ich bin ein Schauspieler und lebe davon, also spiele ich auch andere Rollen. Wenn ich mich nur mit Filmen wie ‚Himmel über Berlin‘ abgebe, dann kann ich mich gleich vergraben lassen. Ich bin Schauspieler und lebe von Rollen!“ Der Saal applaudierte.

Der Film „Kraftidioten“ hat gute Chancen auf den Bären.

Kamuran Egri

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