Olympia 2014: Türkische Athleten in Sotschi bisher ohne Glück

Seit Freitag laufen im russischen Sotschi die Olympischen Winterspiele. Auch in der Türkei werden die Wettbewerbe mit Spannung verfolgt. Grund zum großen Jubel gibt es für die Zuschauer dort bisher aber nicht. Die türkische Athleten-Abordnung besteht aus lediglich sechs Sportlern. Immerhin gibt es aber eine Premiere zu feiern.

Das Regenbogen-Farbenmeer der deutschen Delegation am Eröffnungsabend in Sotschi ist unvergessen. 153 Athletinnen und Athleten strahlten um die Wette. Wesentlich überschaubarer fällt da die Teilnahme der Türken aus. Sechs Männer und Frauen sind nach Russland gereist. Immensen Medaillen-Druck wie bei ihren Kontrahenten aus der Bundesrepublik gibt es bei ihnen nicht.

Langlauf, Ski Alpin und Eiskunstlauf – in diesen Disziplinen ist die Türkei bei den Olympischen Spielen in Sotschi vertreten. Über Medaillen konnten sich die Sportler bisher allerdings nicht freuen. Kelime Çetinkaya schaffte es am Samstag im Frauen-Skiathlon über 7,5 Kilometer klassisch und 7,5 Kilometer frei gerade einmal auf Platz 61. Obschon sie damit auf dem letzten Rang gelandet ist, zeigte sich die 31-Jährige sichtlich stolz, für ihr Land ins Rennen gegangen zu sein und die olympische Erfahrung gemacht zu haben. Die Sportlerin trat schon zuvor international in Erscheinung, etwa in Salt Lake City 2002, Turin 2006 und Vancouver 2010. Ihr bestes Ergebnis erzielte sich 2006, als sie bei einem Massenstart über 30 Kilometer am Ende auf Platz 49 kam.

Dabei sein ist alles, lautet das Credo für die türkischen Athleten. Bisher gelang es ihnen noch nie, bei Olympischen Winterspielen eine Medaille abzuräumen. Natürlich ist die Hoffnung groß, dass sich das im Jahr 2014 ändern könnte. Doch für ein Land, das wenig Erfahrung im Wintersport vorzuweisen hat, ist die Konkurrenz ausgesprochen hart.

Türkei in Sotschi: Premiere im Eiskunstpaarlauf

Konzentrieren können sich die türkischen Zuschauer zuhause daher auf kleine Erfolge. So nimmt in diesem Jahr erstmals ein türkisches Team am Eiskunstpaarlauf teil (mehr hier). Bestritten wird die Premier von Alisa Agafonova und Alper Uçar am 16. Februar. Zwar könnte es auch hier für die Türkei schwierig werden, einen Platz auf dem Treppchen zu ergattern, die Errungenschaft, überhaupt teilzunehmen, kann ihnen jedoch keiner mehr nehmen. Bisher hat das Duo noch keine Olympischen Spiele bestritten, wohl aber zwei europäische und zwei WM-Wettkämpfe.

Sabahattin Oglago geht für die Türkei im Männer-Langlauf an den Start. Er war bereits bei den Winterspielen 2002, 2006 und 2010 mit dabei. Sein bisher bestes Ergebnis erzielte er 2006 in Turin im Team-Sprint, als er auf Rang 22 landete. Neu in der türkischen Olympia-Mannschaft ist auch Emre Şimşek. Es ist sein erstes alpines Skirennen bei Olympia für die Türkei. Bereits am Montag startete Tuğba Kocaağa im Ski Alpin. Sie war bereits 2010 in Vancouver dabei und schaffte es im Riesenslalom auf Position 56.

Olympische Winterspiele: Türkei seit 1936 dabei

Die Türkei arbeitet sich Stück für Stück voran und verbessert sich allmählich. Noch immer hat das Land jedoch eine Menge Arbeit vor sich, bevor es endlich Olympische Trophäen mit nach Hause bringen kann. Übrigens, die Türkei hat erstmals 1939 an den ersten Olympischen Winterspielen teilgenommen und hat seitdem nur die Olympischen Winterspiele 1952, 1972, und 1980 verpasst.

Der Medaillenspiegel wird derzeit von Kanada angeführt. Auf das Konto der Athleten gehen vier Mal Gold, drei Mal Silber und zwei Mal Bronze. Die deutsche Abordnung steht an diesem Dienstag auf Rang fünf mit insgesamt zwei Goldmedaillen.

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