Alles für Olympia: Russische Armee vergibt Extra-Freizeit

Um den olympischen Geist auch in Soldatenkreisen nachhaltig einziehen zu lassen, hat die russische Armee an diesem Dienstag eine ungewöhnliche Verordnung bekannt gegeben. Einige Truppen sollen demnach nun vier zusätzliche Stunden Freizeit pro Tag erhalten, um die Wettkämpfe im TV mitverfolgen zu können. Zuvor war bereits die Einrichtung von Sportbars bekannt gegeben worden.

Das Anfeuern der russischen Athleten während der Olympischen Winterspiele in Sotschi wird für einige russische Soldaten nun quasi zum Pflichtprogramm. Sie werden mit ordentlich Extra-Freizeit ausgestattet, um möglichst viel von den Wettkämpfen mitzubekommen.

„Es wurden Änderungen im Tagesablauf der Soldaten vorgenommen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, die Olympischen Spiele zu verfolgen“, zitiert die Global Post aus einer Erklärung auf der Website des russischen Verteidigungsministeriums. Demnach sollen die Soldaten, die im südlichen Militärbezirk, der auch die Region Sotschi umfasst, stationiert sind, zusätzliche vier Stunden Freizeit pro Tag erhalten. Genutzt werden sollen diese, um die Sportübertragungen auf Flachbild-Fernseher anzusehen.

Das gemeinschaftliche Verfolgen der Wettkämpfe in der freien Zeit am Mittag oder nach dem Abendessen ist Teil einer einmonatigen Kampagne mit dem Titel „Unterstütze unsere Leute“. Intention sei es, „eine gesunde Gemeinschaft zu bilden“ und eine „Stärkung der Kameradschaft“ unter den Soldaten zu erwikren, so das Ministerium.

Bereits am Wochenende erklärte Armeesprecher Jaroslaw Roschtschupkin, dass man in mehreren Kasernen zum Beispiel in Sibirien und am Ural spezielle Sportbars eingerichtet habe, in denen die Soldaten die Wettkämpfe in Sotschi verfolgen könnten. Dazu gebe es eine kostenlose Bewirtung mit Brötchen. Alkohol werde aber nicht ausgeschenkt.

Die russische Armee ist eine der größten in der Welt und ihre Bodentruppen bestehen hauptsächlich aus jungen Wehrpflichtigen. Das Militär kämpft seit Jahren damit, das weit verbreitete, unschöne Bild bestehend aus Korruption, Schickane und veralteter Ausrüstung zu überwinden. Ihr Image aufpolieren konnte die Armee sicherlich auch durch die Einladung der Olympia-Organisatoren, die das “Akademische Ensemble für Lied und Tanz des russischen Innenministeriums”, sprich den bekannten russischen Polizeichor, zur Eröffnungsfeier nach Sotschi baten, um dort ihre eingängige Cover-Nummer des Daft Punk-Hits „Get Lucky“ zu präsentieren:

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