Beten für ein Erdbeben: Islamisten wünschen Olympia-Athleten den Tod

Eine militante islamistische Gruppe hat ihre Anhänger dazu aufgefordert, für ein Erdbeben in Sotschi während der Olympischen Winterspielen zu beten. Gerächt werden sollen damit alle Muslime, die dort im Zuge des Kampfes gegen die „russischen Ungläubigen“ starben.

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi haben es derzeit mit einer neuen Art von Bedrohung zu tun. Via Gebet wollen Militante nun Unheil über die Wettkämpfe und ihre Teilnehmer bringen. Ein Erdbeben soll sie um Leib und Leben bangen lassen.

Die Aufforderung zu entsprechenden Gebeten soll von Anhängern des Kaukasischen Emirats aus Inguschetien stammen. Jene verlangen einen islamistischen Staat im russischen Nordkaukasus und forderten ihre Unterstützer schon im vergangenen Jahr dazu auf, die Spiele zu attackieren, berichtet Reuters.

Spiele der Atheisten und Heiden

„Alle, die in der Lage sind, diesen Brief zu lesen, sollen den Allmächtigen anflehen, das Land in Sotschi durch ein Erdbeben zu zerstören“, heißt es in dem am Montag im Internet aufgetauchten Aufruf. Das seien Spiele der Atheisten und Heiden. Diese „Schweine“ seien so arrogant, dass sie die Spiele auf dem Boden abhalten, auf dem unsere Vorfahren ihr Blut vergossen haben, um den Islam und die Muslime zu verteidigen.

Für Putin, der einen Krieg in Tschetschenien geführt und versucht hat, die Separatisten im Nordkaukasus zu zügeln, sind die Olympischen Spiel das Prestigeprojekt des Landes. Allerdings werden einige der Veranstaltungen auf einem Gebiet abgehalten, das die Heimat der ethnischen Tscherkessen war, bis sie im 19. Jahrhundert vertrieben wurden. Für Leute wie den tschetschenischen Top-Terroristen Doku Umarow kommt das einem „satanischen Tanz“ auf den Gräbern von Muslimen gleich. Er forderte bereits im vergangenen Sommer zu Anschlägen auf die Olympischen Spiele auf (mehr hier). Russlands Staatsfeind Nummer Eins meldete sich via Videobotschaft zu Wort und appellierte an seine Anhänger die Veranstaltung „Mit allen Mitteln, die Allah erlaubt“ zu verhindern.

Verfassungsschutz beobachtet Anhäger des Kaukasischen Emirats

„Wir wissen, dass auf  den Gebeinen unserer Vorfahren, den Gebeinen vieler, vieler Muslime, die starben und auf unserem Gebiet entlang des Schwarzen Meeres begraben sind, heute die Olympischen Spiele geplant werden. Wir, als die Mudschaheddin müssen mit allen Mitteln verhindern, dass das passiert“, zitierte die türkische Zeitung Hürriyet „Russlands Bin Laden“ im Juli 2013, der seit dem ersten Tschetschenienkrieg 1994 zu den meistgesuchten Männern des Landes gehört. Rund 200 Personen, die seinem Kaukasischen Emirat angehören, stehen auch in Deutschland unter Beobachtung. Der Organisation werden auch Verbindungen zu al-Qaida nachgesagt. Veröffentlicht wurde der rund vier Minuten dauernde Film auf kavkazcenter.com.

In dem neuen Aufruf heißt es nun:

„Wir wissen, wie die russischen Ungläubigen – die, die wir seit Jahrhunderten im Kaukasus bekämpfen – arrogant wurden und beschlossen, die Satanische Spiele auf dem Boden der Gefährten, die den Islam gebracht habe, abzuhalten. Möge Allah den Ungläubigen in Sotschi das letzte Erdbeben ihres Lebens bescheren.“

Inguschetien liegt etwa 650 Kilometer von Sotschi entfernt.

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