Dritter Flughaften in Istanbul: Behörden lassen sich von Gerichtsurteil nicht aufhalten

Die türkischen Behörden zeigen sich offenbar unbeeindruckt davon, dass ein Istanbuler Gericht die Umweltgenehmigung für den hoch umstrittenen dritten Flughafen der Stadt aufgehoben hat. Geht es nach ihnen, schreite das Bauvorhaben voran, wie geplant.

Die Sorgen von Anwohnern und ein entsprechendes Gerichtsurteil können die Behörden in ihrem Vorhaben, den dritten Istanbuler Flughafen zu errichten, offenbar nicht stoppen. Sie wollen wie geplant mit dem Bau voranschreiten. Ein Istanbuler Gericht hatte Mängel bei der Umweltverträglichkeit des Bauprojekts festgestellt und stoppte den Bau des Flughafens.

Eigentlich ist ein Umweltverträglichkeits-Test obligatorisch, um überhaupt mit dem Bau beginnen zu können. Verkehrsminister Lütfi Elvan scheint das jüngste Urteil jedoch auf die leichte Schulter zu nehmen. Seiner Ansicht nach sei die Aussetzung vorübergehend und werde den Bau des Flughafens nicht stören. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

„Der Prozess läuft weiter wie geplant“

Das Urteil schreibt nun die Aussetzung aller physikalischen Vorgänge auf dem künftigen Flughafen-Areal vor. Und zwar solange, bis Spezialisten das Ausmaß der Umweltrisiken des Projekts bewerten könnten. Doch auch die Generaldirektion für den Flughafenbetrieb (DHMİ) will das offenbar nicht abwarten. „Der Prozess läuft weiter wie geplant“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung der Behörde.

Umwelt-Aktivisten haben sich in dieser Woche mit ihren Umweltbedenken vor dem Stadtgericht in Istanbul durchgesetzt und einen Stopp des Vorhabens erwirkt. Für das Mega-Projekt müssten unter anderem fast 700.000 Bäume fallen und fast 1,9 Millionen der Bäume verpflanzt werden. Bereits im Mai 2013 wurde eine Vereinbarung über den Bau des dritten Flughafens in Istanbul unterzeichnet. Die Beschwerdeführer fürchten, dass durch das riesige Vorhaben schwere Schäden für die Umgebung entstehen. Diese Einschätzung teilte nun auch das Gericht (mehr hier).

Erste Phase sollte 2016 abgeschlossen sein

Die Regierung möchte die erste Stufe des Vier-Phasen- Projekts eigentlich bereits im Jahr 2016 abschließen und hofft, dass der Mega-Airport im Jahr 2018 voll funktionsfähig sein wird. Beobachter gehen nun allerdings davon aus, dass die Entscheidung des Gerichts eine Verzögerung von zehn Monaten bis zu einem Jahr zur Folge haben werde. Finanzielle Auswirkungen für das durchführende Konsortium werden hingegen nicht erwartet. Denn noch ist das Projekt nicht in die aktive Bauphase eingetreten und keine ausländischen Investoren involviert.

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