Notfallplan für Olympia: Russland hortet 700.000 Kubikmeter Schnee

So warm hatten sich die Athleten die Olympischen Winterspiele in Sotschi sicherlich nicht vorgestellt. Doch obschon die Temperaturen in den Bergen nicht ideal sind, sehen die Organisatoren bisher keine Veranlassung einzugreifen. „Retten“ könnten sie die Situation jedoch allemal. Ganze 700.000 Kubikmeter Schnee von den letzten beiden Wintern wurden gebunkert.

Grüne Hänge statt weiße Pisten in Sotschi? Für Dmitry Chernyshenko, Leiter des lokalen Organisationskomitees, sind die derzeit warmen Temperaturen kein Grund zur Sorge. Wie er am Dienstag versicherte, seien entsprechende Notfallpläne vorhanden. Es wurde vorgesorgt und Schnee aus der vergangenen beiden Saisons aufbewahrt.

„Für den Falle, dass wir Schnee brauchen, können wir unsere Reservoirs nutzen“, zitiert das Portal Sport24 Chernyshenko. Derzeit sei das aber nicht nötig. Der Backup-Plan sei noch nicht gestartet. Schon im Sommer waren die konservierten Schneefelder eine gewichtige Touristenattraktion. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Geht man von einem Gewicht von 400 bis 600 Kilogramm pro Kubikmeter aus, lagern die Russen nicht weniger als fast 400.000 Tonnen Schnee.

Russische Organisatoren geben sich cool

Mit den steigenden Temperaturen Schwarzmeerküste wachsen im Augenblick auch die Sorgen um die Schneeverhältnisse. Am Dienstag kletterte das Thermometer auf elf Grad Plus an der Küste und immerhin fünf Grad im Gebirge um Krasnaya Polyana. Am Montag sollen es im Ort sogar 16 Grad gewesen sein. „Das ist für uns keine große Überraschung“, so Chernyshenko weiter. „Wir sind eine subtropische Stadt. In den vergangenen Wintern haben wir unsere Spielstätten in den Bergen getestet und erlebten einige Male abnormal warme Witterungen.“

Unter besonderer Beobachtung stünden die Halfpipes. Die Fahrer klagen über Sand und Matsch an der Unterseite. Nun sollten Chemikalien eingesetzt werden, um die Temperaturen des gefrorenen Eises wieder zu erhöhen. „Das Wetter ist äußerst unberechenbar. Unsere Wettervorhersagen zeigen einen Temperaturabfall in den nächsten Tagen. Wir hoffen, dass keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind“, so Chernyshenko.

Olympia in Sotschi? Eine echte Torheit

Doch nicht nur Schneereserven sollen die Spiele in den nächsten Tagen sichern. Sotschi verfügt derzeit über Europas größte Beschneiungsanlage. Eine Schneeerzeugung ist damit bis zu Temperaturen um die 15 Grad möglich.

Betrachtet werden könnten derlei Vorkehrungen jedoch aus zweierlei Perspektiven, wie das Blog Quartz schreibt. Entweder, man sieht das Ganze als besonders langfristige und sorgfältige Denke der Organisatoren, die im Kontrast zu den unzähligen Pannen stehen, die in den vergangenen Tagen ans Licht kamen. Selbst in Vancouver war man nicht derart vorbereitet. Oder man wertet das Vorgehen vor dem Hintergrund eines durchaus vorhersehbaren Ergebnisses. Immerhin findet die Austragung der Spiele in einem subtropischen Klima statt. Dann seien die bisherigen Anstrengungen lediglich ein Beweis dafür, dass es wirklich Torheit war, die Olympischen Winterspiele ausgerechnet hier auszutragen.

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