64. Berlinale: Griechen präsentieren starke Vorstellung mit „Stratos“

Der sechste Tag im Wettbewerb der Berlinale ist geprägt von einem starken griechischen Film. „Stratos“ der Schweigsame: Ein Streifen a lá Alain Delon um eine Gesellschaft, die ihre Werte aufgegeben hat.

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Der sechste Wettbewerbstag in Berlin steht ganz im Zeichen von Stratos (Vangelis Mourikis). Er ist ein schweigsamer, aber ein sehr präzise handelnder Mann. Nachts arbeitet er in einer Brotfabrik, am Tag ist er ein Auftragskiller und bringt für Geld Menschen um.

In Yannis Economidess Werk muss Stratos die Befreiung von Leonidas aus dem Gefängnis finanzieren. Der hat ihm einst das Leben gerettet, als er selbst hinter Gittern saß. Es ist eine Frage der Ehre. We viele Menschen er schon auf dem Gewissen hat, weiß der Zuschauer nicht. Was er aber schnell merkt: Stratos hat noch ein Gewissen. Aufmerksam kümmert er sich um das achtjährige Nachbarskind Katerina, dessen Mutter und einen Onkel. Als das Geld für den Gefängnisausbruch endlich zusammen ist, nimmt das Geschehen jedoch eine unerwartete Wendung. Plötzlich steht die Sicherheit der kleinen Katerina auf dem Spiel: Ihr droht psychische und physische Gewalt. Es geht um die Ehre. Stratos muss nun handeln, koste es was es wolle und auch wenn damit auf Unrecht weiteres Unrecht folgt.

Regisseur Economidess nutzt in seinem vierten Spielfilm die abgeklärte
Kinofigur des Auftragsmörders für einen Blick in eine desolate, traurige Welt. Ein packender Krimi, der uns an die Zeiten des großen Alain Delon erinnert. Die innere Verlorenheit des Titelhelden entspricht dem verzweifelten Lebensgefühl einer Gesellschaft, die sich und ihre Werte aufgegeben hat und die Maske der Zivilisation fallen lässt. Toll gespielt von Vangelis Mourikis, der schweigsame Held, der eher die Taten sprechen lässt, denn allzu viele Worte. Ein Geheimfavorit für den Bären.

Zur dazugehörigen Berlinale-Pressekonferenz kam Regisseur Yannis Economides und brachte seinen Hauptdarsteller Vangelis Mourikis mit. Außerdem mit von der Partie, die Schauspielerin Vicky Papadopoulou, Schauspieler Petros Zervos und die Produzenten Christos V. Konstantakopoulos, Panos Papahadzis.

Mourikis danach gefragt, wie er über Stratos denkt und er die Dreharbeiten erlebt hat, gibt sich dieser ganz offen. „Ich liebe ihn! Ja, ich mag ihm sehr. Von Anfang bis zu seinem Tod, gefällt er mir. Seine Art und wie er handelt, das mag ich an ihm.“ Die Arbeiten selbst seien ruhig und gelassen gewesen. Er wäre gut vorbereitet gewesen und habe es genossen Stratos zu verkörpern.

Kamuran Egri

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