64. Berlinale: Panorama Spezial zeigt türkischen Film „Kuzu“

Auch in diesem Jahr ist die Türkei mit vier Filmen auf der Berlinale vertreten. Am Donnerstag wurde dort „Kuzu“ („The Lamb“) im Panorama Special präsentiert. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent des Films ist Kutluğ Ataman.

Kutluğ Atamans „Kuzu“ entführt das Berlinale-Publikum in ein kleines Dorf im Hochland Ostanatoliens. Das Fest der Beschneidung wird in den dort lebenden Familien so gefeiert, wie es die Tradition verlangt. Auch der kleine Mert muss sich der Prozedur unterziehen, doch Vater İsmail hat leider kein Geld, um die Feier auszurichten. Das Dilemma beginnt.

In „Kuzuverdient Mutter Medine den bescheidenen Lebensunterhalt durch das beschwerliche Sammeln von Weidenruten. Es gibt Keinen, der ihnen das Lamm für das Fest zur Verfügung stellt. Merts Schwester jagdt ihrem Bruder großen Angst ein: Wenn der Vater kein Lamm auftreiben kann, werde er den eigenen Sohn schlachten…

Nach seinem Berlinale-Erfolg „Lola und Bilidikid“ vor 15 Jahren, kehrt Regisseur Kutluğ Ataman nun ins Panorama zurück. In seinem aktuellen Werk skizziert er den türkischen Dorfalltag in einfachsten Verhältnissen. Der Film besticht durch eine große Liebe zu den Figuren und beleuchtet sowohl die seelischen Nöte des verunsicherten Kindes als auch die Irrwege des schwachen, von der Last der Verantwortung überforderten Vaters. Dass die Mutter schließlich eine Lösung findet, die ihr und den Kindern einen Weg in die Zukunft ermöglicht, gehört zu den überraschenden Wendungen des Films, in dem die winterliche Natur Anatoliens eine besondere atmosphärische Rolle spielt.

Dreh in Erzincan im Osten der Türkei

Zur Berlinale-Pressekonferenz waren am Donnerstag Kutluğ Ataman (Regisseur, Drehbuchautor, Produzent), Nesrin Cavadzade (Schauspielerin), Nursel Köse (Schauspielerin), Cahit Gök (Schauspieler), Sıla Lara Cantürk (Schauspielerin) und die Beiden Deutschen Produzenten Fabian Gasmia und Henning Kamm gekommen. Moderator Anatol Weber fragte Regisseur Ataman, wo in der Türkei gedreht wurde und welche Verbindungen er dazu habe:

„Wir haben den Film in der Stadt Erzincan im Osten der Türkei gedreht. Es liegt zwei Stunden östlich von Istanbul auf eine Hochebene. Dort stammt meine Familie her. Ich habe Sommer und einzelne Winter dort verbracht. Für mich war das ein Ort, der immer etwas mit Romantik zu tun hatte, aber es ist auch der Ort in dem ich mich verbunden fühle. Ich habe dort die Grundschule besucht und anschließend sind wir nach Istanbul umgezogen. Aus dem Grunde kann ich sagen, dass ich von dem Ort her stamme.“

Nach so vielen Jahren habe er wieder dorthin zurückkehren wollen, um diesen Film zu drehen.

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