Konfusion in Sotschi: „Pussy Riot“ Mitglieder wieder auf freiem Fuß

Neuerliche Aufregung um die beiden Sängerinnen von „Pussy Riot“, Nadeschda Tolokonnikowa und ihre Bandkollegin Marija Aljochina. Die beiden Frauen waren am Dienstag nach nur zwei Monaten in Freiheit erneut festgenommen worden. Mittlerweile haben die Aktivistinnen die Polizeistation wieder verlassen können.

Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina wurde von der Polizei in Sotschi Diebstahl vorgeworfen. Die beiden sollen 10.000 Rubel, umgerechnet etwa 200 Euro, aus dem Hotel gestohlen haben, in dem sie sich zur Zeit aufhalten. Das Haus habe Anzeige erstattet, heißt es.

„Die beiden wurden über einen Diebstahl befragt, der sich in ihrem Hotel ereignet hat“, zitiert Russia Today die hiesige Polizei. Neben Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina sollen den Beamten zufolge auch alle anderen Hotelgäste befragt worden sein. Mittlerweile seien die Befragungen zum Diebstahl abgeschlossen. Es gebe gegen keinen der Befragten Anschuldigungen. Auch Aljochina selbst zeigte sich auf telefonische Nachfrage von BBC Russian ahnungslos. Ihre Festnahme hatten die Frauen auf Twitter bekannt gegeben.

Drei Stunden nach ihrer Festnahme im Zentrum von Sotschi, etwa 30 Kilometer nördlich der olympischen Sportstätten, sollen die beiden „Pussy Riot“-Mitglieder gesehen worden sein, wie sie die Polizeistation im Stadtteil Adler wieder verlassen hätten.

Neben den „Pussy Riot“-Frauen sollen mindestens fünf weitere Aktivisten festgenommen worden sein. Nach Auskunft aus Personalkreisen des Malakhit Hotels soll ein Geldbeutel verloren gegangen sein. Hinweise auf den Dieb soll es jedoch nicht geben.

Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina verbrachten fast zwei Jahre im Gefängnis. Erst im Dezember kamen sie überraschend frei. Die Frauen waren nach Angaben von Aljochina in Sotschi, um einen neuen Videoclip zu drehen mit dem Titel „Putin bringt Dir bei, die Heimat zu lieben“. Bereits am 16. Februar wurden sie von der Polizei in Sotschi für sieben Stunden festgehalten. Tags darauf verbrachten sie zehn Stunden beim Bundessicherheitsdienst. Bei dieser Festnahme soll es nun zu brutaler Gewaltanwendung gekommen sein. Tolokonnikowa gab an, sie sei mit dem Gesicht über das Parkett gezerrt und geschlagen worden. Nun wolle sie Klage einreichen.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sotschi riefen die Frauen dazu auf, Putins Prestigeprojekt zu boykottieren.

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