MarsOne Expedition: Fatwa soll Teilnahme von Muslimen verhindern

Sich mutwillig in Gefahr für Leib und Leben zu begeben, ist nicht im Sinne des Korans. Mit dieser Argumentation stellt sich die Staatsbehörde für Islamische Angelegenheiten und Stiftungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer Fatwa gegen eine Marsmission ohne Wiederkehr. In den Augen der Islamgelehrten kommt ein solches Vorhaben einem Selbstmord gleich.

Das Besiedlungsprojekt MarsOne ist in der Tat nicht unumstritten. Ist ein Leben auf dem Mars überhaupt möglich? Ist es zu verantworten, dass die Expeditionsteilnehmer nie mehr auf die Erde zurückkehren können? Nicht nur Fachleute und Laien diskutieren. Jetzt haben sich auch noch muslimische Geistliche eingemischt. Mit einer Fatwa soll nun verhindert werden, dass Muslime an der Weltraummission teilnehmen.

Die religiösen Bedenken zur Marsmission kommen von der Staatsbehörde für Islamische Angelegenheiten und Stiftungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die hier ausgerufene Fatwa verbietet es den Muslimen, sich freiwillig für ein Leben auf dem Mars zu melden. Das berichtet das Nachrichtenportal Worldbulletin.

Mission zum Mars ist glatter Selbstmord

„Eine solche Fahrt ohne Wiederkehr ist eine echte Gefahr für das eigene Leben, das vor dem Islam nicht gerechtfertigt werden kann“, so der zuständige Ausschuss.Es bestehe die berechtigte Gefahr, dass jemand, der dort hin reise, nicht in der Lage sei, auf dem Mars zu überleben. Ihres Erachtens käme eine solche Aktion einem Selbstmord gleich. Es gäbe für Muslime keinen gerechten Grund, ihr Leben dafür herzugeben.

„Das Leben vor allen möglichen Gefahren zu schützen und zu bewahren ist ein religionsübergreifendes Thema. Es ist klar in Vers 4 /29 des Heiligen Koran festgelegt: Und tötet euch nicht (gegenseitig)! Allah verfährt barmherzig mit euch“, heißt es in der Fatwa. Der Ausschuss unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Farooq Hamada verweist zudem auf Vers 19/93. „Niemand in den Himmeln und auf der Erde wird zum Erbarmer anders denn als Diener kommen können.“ Außerdem wird von Islamforscher Dr Shaikh Mohammed Al Ashmawy noch Vers 2/195 angebracht: „Und spendet auf dem Weg Gottes und streckt nicht eure Hände nach dem Verderben aus, und tut Gutes. Gott liebt die, die Gutes tun.“

Sechs Türken schaffen es in die engere Auswahl

Obschon das Besiedlungsprojekt MarsOne eine Reise ohne Wiederkehr wäre, haben sich seit April 2013 rund 200.000 Menschen aus mehr als 100 verschiedenen Staaten für ein Leben auf dem Mars beworben (mehr hier). Unter ihnen mehrere Hundert Araber sowie elf Türken. Nach einer neunmonatigen Bewerbungssphase wurden zu Jahresanfang in einer ersten Auswahlrunde 1.058 Personen für einen engeren Kandidatenpool auserkoren. Für sechs der türkischen Beweber rückte damit auch der Traum von der Mars-Expedition näher. Vier der sechs türkischen Anwärter sind übrigens Frauen.

Das Sextett konkurriert mit Abenteurern aus insgesamt 107 Nationen. Sie alle wollen einen Platz in den Sechser-Teams der insgesamt vier Missionen gen Mars ergattern (mehr hier). Die ersten Siedler sollen 2025 auf dem Mars landen. Fortan sollen sie alle zwei Jahre bis 2035 Verstärkung erhalten.

Das Projekt steht unter der Ägide des niederländischen Unternehmers Bas Lansdorp und soll nach eigenen Angaben als größtes Medienereignis der Weltgeschichte per Reality TV Show (bzw. Mission TV) vermarktet und finanziert werden. Bis zur ersten bemannten Landung, so eine Schätzung, werden gut sechs Milliarden US-Dollar nötig sein. Auf dem Papier steht der Ablauf schon jetzt felsenfest. Unterstützt wird Landsdorp vom Physiker und Nobelpreisträger Gerard ‘t Hooft.

Wie es ist, überhaupt zum Mars zu fliegen, das erlebten sechs Männer bereits in einer 520-Tage-Mission (mehr hier).

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