„Pussy Riot“ sind nicht aufzuhalten: Punkband veröffentlicht Olympia-Protest-Video

Die Protest-Punkband „Pussy Riot“ lässt sich weder von Wladimir Putin noch von den Repressalien der russischen Polizei einschüchtern. Nur einen Tag nach der Verhaftung von Nadeschda Tolokonnikowa und ihre Bandkollegin Marija Aljochina erscheint ein neues Video der Band. Kritik übt die Aktivistinnen diesmal an den Olympischen Winterspielen und dem Präsidenten.

Bereits seit vergangenen Sonntag sind „Pussy Riot“ in Sotschi, um dort ihr jüngstes Video anzufertigen. Gleich mehrmals hatten sie in dieser Zeit Ärger mit den Behörden. Die Bandmitglieder wurden verhaftet und schließlich sogar von den Milizen mit Reitpeitschen attackiert. Was dabei herausgekommen ist, kann seit Mittwoch imInternet betrachtet werden.

Fast 30.000 User haben den Clip mittlerweile angesehen und fast 1000 Kommentare hinterlassen. Nun würden die Musikerinnen nach Moskau zurückkehren. Von dort aus wollen sie das Verfahren gegen 20 festgenommene Demonstranten verfolgen, die nach Zusammenstößen am Vorabend von Putins Amtseinführung im Jahr 2012 verhaftet wurden, so abc News. Einigen von ihnen drohen immerhin bis zu zehn Jahren Gefängnis. Ein Urteil wird für diesen Freitag erwartet.

„Putin bringt Dir bei, die Heimat zu lieben“

Im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sotschi rief das Künstlerkollektiv dazu auf, Putins Prestigeprojekt zu boykottieren. Putin habe seine Befugnisse überschritten und schränke die Menschenrechte ein, so ihre Argumentation.

Ihren Widerstand gegen Putin bezahlten Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina bereits mit zwei Jahren Gefängnis. Einschüchtern lassen sie sich angesichts dieser Erfahrung allerdings nicht. Ihr neues Video mit dem Titel „Putin bringt Dir bei, die Heimat zu lieben“ ist nun seit dem 19. Februar auf Youtube zu sehen. Gezeigt werden unter anderem auch Protestaufnahmen. Auf einer zur Veröffentlichung stattgefundenen Pressekonferenz im Sotschi Park erklärten die Künstlerinnen, dass ihre Behandlung in Sotschi symptomatisch für das Ersticken anderer Meinungen in Russland gewesen wäre. Auch während dieser Veranstaltung wurden sie immer wieder von Kreml- Aktivisten gestört.

Internationales Olympische Komitee verurteilt Attacken

„Die Olympischen Spiele haben den Polizeistaat in einen totalen Polizeistaat und das autoritäre Regime in ein totalitäres Regime, das präventive Festnahmen durchführt, verwandelt“, so Tolokonnikova. Bei den Olympischen Spielen herrsche ein Umfeld, in dem Verletzungen der Menschenrechte begangen werden. Ihnen selbst sei nicht gestattet worden, sich zu äußern. Die Anwesenheit der Band in Sotschi bezeichnet sie als eine Art „aktiven Boykott“ der Spiele.

Das Internationale Olympische Komitee verurteilte am Donnerstag den Angriff auf die Protest-Punkband. Die Bilder, die man gesehen habe, seien „sehr beunruhigend“ (mehr hier).

Seit ihrer Freilassung im Dezember haben Tolokonnikova und Alekhina öffentliche Auftritte vermieden und sich weiter auf ihre Protestbemühungen konzentriert. Sie gründeten eine Gruppe, um die Rechte von Gefangenen zu verteidigen und machten angeblichen Missbrauch in russischen Gefängnissen publik.

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