Tierschutz in der Türkei: Misshandlungen werden jetzt mit hohen Geldstrafen geahndet

Das türkische Ministerium für Forst- und Wasserwirtschaft hat Bußgelder für Tierquälerei festgesetzt. Die Spanne reicht umgerechnet von 800 bis 7000 Dollar. Zudem soll die Öffentlichkeit weiter für das Thema Tierschutz sensibilisiert werden - mittels TV-Programmen.

Das Thema Tierschutz ist in der Türkei noch recht neu. Erst seit 2012 gibt es eine eigene Partei, die sich mit diesem Thema befasst. Nun hat das türkische Ministerium für Forst- und Wasserwirtschaft jedoch einen Bußgeldkatalog erlassen, der Tierquäler mit empfindlichen Geldstrafen zur Rechenschaft zieht.

Hundebesitzer, die etwa die Schwänze oder Ohren ihrer Schützlinge kupieren, sollen im Zuge einer ganzen Reihe von neuen Verwaltungsvorschriften mit einer Geldbuße in Höhe von 1.825 Türkische Lira, umgerechnet also etwa 800 US-Dollar, bestraft werden. Jegliches Handeln, das zum Aussterben einer Tierart führe, soll gar mit 15.226 türkischen Lira, etwa 7.000 Dollar geahndet werden.

Eingeführt werden sollen die Bußgelder noch 2014, so das Nachrichtenportal Worldbulletin. Insgesamt aufgeführt seien 21 Arten von Misshandlungen, darunter auch chirurgische Eingriffe durch Personen ohne Veterinärbescheinigungen. Scharf bestraft werden soll demnach auch das Töten von Streunern oder schwachen Tieren sowie die Ausbeutung von Tieren in nicht-wissenschaftlichen Experimenten. Dazu zählten etwa die Entnahme von Organen und das Entfernen Tierteilen ohne medizinische Notwendigkeit.

Als Teil der neuen Regelung ist auch die Mithilfe des Fernsehens beim Implementieren eines gewissen Tierschutz-Bewusstseins vorgesehen. Demnach soll der staatliche TV-Sender TRT zwei Stunden pro Monat Bildungsprogramme über Tierrechte ausstrahlen.

Landesweite Aufmerksamkeit erfuhr das Thema Tierschutz zuletzt durch einen getöteten seltenen Leoparden Anfang November 2013 (mehr hier). Nach dem Vorfall in Diyarbakır galt es nach Ansicht von Tierschützern, die Menschen in den Dörfern zu sensibilisieren. Bei Besuchen, so der Plan, sollte den Leuten erklärt werden, dass Leoparden besondere Tiere sind. Man muss sie schützen, anstatt sie für Monster zu halten.

Auc der tödliche Schuss auf den seltenen anatolischen Leoparden hatte Folgen. Auf den Bauern kam ein Bußgeld in Höhe von 157, 78 Euro zu. Ursprünglich war jedoch eine weitaus höhere Summe im Spiel. Strafmildernd wirkte sich offenbar aus, dass die Fachleute der Version des Täters Glauben schenkten und das Leben von ihm und seinem Begleiter tatsächlich in Gefahr war (mehr hier).

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