Ukraine-Krise: Russland will Krim mit Waffengewalt verteidigen

Russland ist offenbar bereit, einen Krieg über die Krim-Region in der Ukraine zu führen, umdie dort lebende russische Bevölkerung und dort stationierten Militärs zu schützen. Das Land ist in Sorge, dass die Ukraine an den aktuellen Unruhen zerbricht.

Um ihr einstiges Territorium in der Ukraine zu schützen, schreckt Russland offenbar nicht davor zurück, zu den Waffen zu greifen. Das wurde jetzt aus Regierungskreisen bekannt. Die Krim gehört erst seit 60 Jahren zur Ukraine. Es gab bereits Beratungen über eine Rückkehr zur Russischen Föderation.

„Wenn die Ukraine auseinanderbricht , wird das einen Krieg auslösen. Die Krim werden sie zuerst verlieren, denn wir werden dort sein, um sie zu schützen, so, wie wir es in Georgien getan haben“, zitiert die International Business Times einen russischen Regierungsbeamten, der anonym bleiben will.

Bisher hat sich der russische Präsident Wladimir Putin öffentlich über die Ukraine zurückgehalten und sandte Wladimir Lukin, einen ehemaligen Diplomat und Menschenrechtskommissar, als Vermittler nach Kiew. Doch Beobachter fürchten, dass sich ein Szenario wie während des Georgien-Konflikts 2008 wiederholen könnte. Damals rollten russische Truppen und Panzer ein, nachdem die georgische Regierung einen Angriff auf die separatistische Region Südossetien startete. Bei der russischen Aktion starben damals 150 Menschen.

Abspaltung der Krim im Falle einer Teilung möglich

Russland ist einer der wenigen Staaten weltweit, der die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien offiziell anerkennt. Sollte es zu einer Spaltung der Ukraine kommen, könnte es sich mit der Krim genauso verhalten. Der Sprecher des Krim-Parlaments, Vladimir Konstantinov, erklärte erst am Donnerstag, dass eine Abspaltung der Krim im Falle eines Zerbrechens der Ukraine möglich wäre. „Es ist möglich, wenn das Land auseinanderbricht. Und alles bewegt sich darauf zu“, so Konstantinov zur russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Rund 21 Prozent der ukrainischen Bevölkerung ist russisch und unterhält nach wie vor tiefe kulturelle und historische Verbindungen mit dem modernen Russland. Die Krim liegt an der Nordküste des Schwarzen Meeres. Die russische Schwarzmeerflotte ist in Sewastopol stationiert. 60 Prozent der Bevölkerung der Region sind ethnische Russen.

Die russische Elite ist nach wie vor der Auffassung, dass die Ukraine Teil der sowjetischen „Einflusssphäre“ ist. Sie betrachtet das Land als Bollwerk gegen das potenzielle Wachstum der EU-Liberalisierung.

Kiew: Abkommen zur Beilegung der Krise unterzeichnet

Bei den Vermittlungsgesprächen hat es unterdessen einen Durchbruch gegeben. Sowohl Opposition als auch die ukrainische Regierung haben mittlerweile ein Abkommen zwischen Präsident Viktor Janukowitsch und den Oppositionsführern unterzeichnet. Dieses soll die anhaltende Gewalt im Land beenden. In den vergangenen drei Tagen kam es in der Ukraine zu heftigsten Straßenkämpfen mit mindestens 77 Todesopfern. Der nun beschlossene Fahrplan zur Beilegung der Krise wird vom deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier vorsichtig optimistisch bewertet.

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