Olympia-Bilanz 2014: Russland räumt die meisten Medaillen ab

Feierlich und mit einer ordentlichen Prise Humor sind am Sonntag die Olympischen Winterspiele in Sotschi zu Ende gegangen. Für Russland besteht aller Grund zum Jubel. Die Gastgeber führen den Medaillenspiegel an. Getrübt wird der Glanz jedoch durch einen weiteren Dopingfall.

Mit einem rauschenden Fest verabschiedete sich Sotschi am Sonntagabend von der internationalen Sportwelt. Mit einer Hommage an die Panne während der Eröffnungszeremonie und jeder Menge Emotionen empfahl sich Gastgeber Russland durchaus nachhaltig. Im Gedächtnis bleiben dürfte vor allem den Landsleuten jedoch die außerordentlich gute Performance während der Spiele.

Mit Kanadas Hockey-Gold war der Medaillenkampf in Sotschi perfekt. Nachdem Russlands Team aus dem Rennen war, sorgten sie mit einem 3:0 gegen Schweden für den letzten Triumpf der Winterspiele. Einholbar waren die Russen am Ende allerdings nicht mehr. Sie führten den Wettbewerb mit insgesamt 13 Goldmedaillen vor Norwegen mit elf Goldenen an.

Wirbel um Eishockey-Stürmer Nicklas Bäckström

Bitter wurde es am Ende noch einmal für die Schweden. Ein Dopingtest bei Eishockey-Stürmer Nicklas Bäckström fiel positiv aus. Er wurde darauf hin vom Finalspiel gegen Kanada ausgeschlossen. Für Unmut sorgte die späte Bekanntgabe – nur zwei Stunden vor dem Spiel. Nach Angaben des Teamarztest sei das Stimulanzmittel in einem Allergie-Medikament gefunden worden, das der Athlet bereits seit vielen Jahren einnehme. Bäckström hatte die Grenzwerte wohl nur leicht überschritten. Entsprechend erbost ist man in Schweden über das IOC.

Wesentlich glücklicher verlief der Wettkampf für Alexander Subkow im Sanki Sliding Centre, wo er nun auch im Viererbob absahnen konnte. Der Skilangläufer Alexander Legkow komplettierte am Schlusstag den russischen Medaillenregen im 50-km-Wettbewerb im Freistil vor zwei weiteren russischen Läufern. Damit wurde Kanada, die vor vier Jahren in Vancouver den Medaillenspiegel anführten, endgültig abgelöst. Russland schaffte es damals mit drei Goldmedaillen übrigens lediglich auf Platz elf im Gesamtklassement. Entsprechend groß war auch der Jubel des Publikums während der Abschlusszeremonie beim Einlaufen der russischen Mannschaft.

Sportliche Ereignisse im Fokus des Interesses

Insgesamt dürften die russischen Organisatoren mit ihren Spielen sowohl sportlich als auch in Sachen Ablauf sehr zufrieden sein. Die Athleten zeigten sich von ihrer besten Seite. Zuvor angedrohte Anschläge blieben Gott sei Dank aus (mehr hier). Zwar hatten Menschenrechtsaktivisten immer wieder auf die prekäre Situation etwa von Homosexuellen in Russland hingewiesen (mehr hier), die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit konzentrierte sich jedoch weitestgehend auf die sportlichen Ereignisse.

Lob für Russland gab es zum Abschluss auch von IOC-Präsident Thomas Bach. „Heute Abend können wir sagen: Russland hat all das geliefert, was es versprochen hatte“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Reuters. Was in anderen Teilen der Welt Jahrzehnte gedauert hätte, sei in Sotschi in gerade einmal sieben Jahren erreicht worden. Anerkennende Worte fand Bach vor allem für die vielen Freiwilligen, die während der Spiele mit Rat und Tat zur Seite standen. Sie seien „das Gesicht eines neuen Russlands“ – „effizient und freundlich, patriotischen und offen für die Welt“. Nun würde man Russland als Freund verlassen.

IOC: Doping-Kontrollen funktionieren

An den Olympischen Spiele haben mehr als 2.800 Athleten aus 88 Ländern teilgenommen. Das ist neben der unglaublichen Investitionssumme von 51 Milliarden US-Dollar ebenfalls neuer Rekord. Gleich zwölf neue Wettbewerbe wurden diesmal angeboten, die nun mehr junge Fans und TV-Sender anzogen als jemals zuvor. Auf der anderen Seite gab es während der Spiele ganze sechs Dopingfälle. Gleich fünf mehr als 2010 in Vancouver. Darauf angesprochen erklärte Bach: „Die Zahl der Fälle ist für mich nicht wirklich relevant. Wichtig ist, dass wir sehen, dass das System funktioniert“, sagte er Stunden vor der Schlussfeier im Gespräch mit Reportern.

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